Polizisten vor dem Mannschaftsbus des BVB  | Bildquelle: AP

Ermittlungen nach BVB-Anschlag Sergej W. bestreitet Tat

Stand: 28.04.2017 14:44 Uhr

Die Ermittler finden immer mehr Details zu dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus heraus: Der Sprengstoff wurde selbst zusammengemixt. Doch der Verdächtige, Sergej W., bestreitet jede Schuld - auch wenn sich die Polizei bereits sicher ist.

Von Lena Kampf und Georg Mascolo

Drei Bomben soll der mutmaßliche Täter Sergej W. in der Hecke vor dem BVB-Mannschaftshotel angebracht haben. Sie waren mit Empfangsmodulen ausgestattet und wurden vermutlich per Mobiltelefon gezündet.

Eine Woche nach der Festnahme von Sergej W. am 21. April und rund zwei Wochen nach dem Anschlag vom 11. April ist es Ermittlern nun gelungen, den Sprengstoff näher zu kategorisieren. Nach Informationen von WDR, NDR und "Süddeutscher Zeitung" soll der Täter den Stoff in einer Art Selbstlaborat aus handelsüblichen Stoffen gemischt haben. Es handelt sich also, anders als seit dem Anschlag immer wieder spekuliert, nicht um militärischen Sprengstoff.

Ermittler sind sich sicher

Auch die Zünder seien nicht militärischen Ursprungs, so das vorläufige Ergebnis der Kriminaltechniker. Der festgenommene Tatverdächtige ist Spezialist für Elektrotechnik. Er war als Elektriker in einem Heizkraftwerk in Tübingen beschäftigt. Bei diversen Durchsuchungen von Häusern, in denen sich Sergej W. aufhielt, soll aber keine Sprengstoffwerkstatt gefunden worden sein.

Dennoch sind sich die Ermittler weiterhin sicher, dass der wegen dringenden Tatverdachts festgenommene 28-Jährige den Anschlag auf den Bus verübt hat. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Sergej W. bestreitet Tat

"Mein Mandant bestreitet die Tat", erklärt der Tübinger Anwalt Reinhard Treimer. Auch gegenüber dem Haftrichter des Bundesgerichtshofs soll Sergej W. gesagt haben, dass er nicht der Täter gewesen sei.

Bei dem Anschlag auf den Bus der Dortmunder Fußballmannschaft am 11. April waren ein Spieler und ein Polizist verletzt worden. Der Täter soll nach bisherigen Ermittlungen aus Gier gehandelt haben. Er habe vor der Tat an der Börse auf den Absturz der BVB-Aktie durch den Anschlag gewettet und hätte wohl ein Vielfaches seines Einsatzes gewonnen, wenn das Attentat verheerender gewesen wäre.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. April 2017 um 15:00 Uhr

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