Pete Buttigieg | Bildquelle: AP

Teilergebnisse der Vorwahl in Iowa Buttigieg knapp in Führung

Stand: 05.02.2020 08:36 Uhr

Vor einem Jahr war der Demokrat und Ex-Bürgermeister von South Bend, Buttigieg, noch völlig unbekannt. Nun liegt er bei der ersten Vorwahl der US-Demokraten nach bisherigen Zahlen vor den Senatoren Sanders und Warren.

Von Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Über 20 Stunden hat es gedauert, bis die Wahlergebnisse endlich vorlagen, aber dann hätte sein Strahlen nicht größer sein können. Pete Buttigieg präsentierte sich als Sieger der Vorwahlen in Iowa. Und das, obwohl erst 62 Prozent aller Wahlbezirke zu diesem Zeitpunkt ausgezählt waren, und Bernie Sanders ihm dicht auf den Fersen lag.

Seine Kampagne liege nach den ersten Auszählungen auf Platz eins, jubelte der 38-Jährige sichtlich bewegt. Der erste offen homosexuelle Präsidentschaftskandidat der Vereinigten Staaten gewann mit 26,9 Prozent die Mehrheit der Delegiertenstimmen. Sanders erreichte die Mehrheit der absoluten Stimmen.

Bis vor einem Jahr war der ehemalige Bürgermeister des kleinen Städtchen South Bend im US-Bundesstaat Indiana noch völlig unbekannt, die meisten Amerikaner wussten noch nicht einmal, wie man seinen Namen ausspricht. 

Sanders siegessicher

Eine Kampagne, die völlig unterschätzt wurde, führt nun das Rennen an, um den gegenwärtigen Präsidenten zu ersetzen, sagte Buttigieg, und seine Fans in Milford, New Hampshire, jubelten. Er war noch in der Nacht nach New Hampshire geflogen, wo kommende Woche die nächsten Vorwahlen stattfinden. Aber der Abend hatte noch einen weiteren Gewinner: Sanders, der in Iowa die meisten absoluten Stimmen erringen konnte. 

Bernie Sanders | Bildquelle: AFP
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Bernie Sanders gewann in Iowa die meisten absoluten Stimmen.

Auch er gab sich siegessicher. "Sie hätten mehr Stimmen bekommen als jeder andere Kandidat", sagte der 78-Jährige. Und wenn in New Hampshire die Stimmen ausgezählt würden, freue er sich darauf, dort der Gewinner zu sein. Wenn das Endergebnis in Iowa vorliege, sei er garantiert auch dort der Sieger, fügte Sanders noch hinzu.

Frust und Spott nach Panne

Umfragen hatten Joe Biden wesentlich weiter vorne gesehen. Stattdessen landete der ehemalige US-Vizepräsident abgeschlagen auf Platz vier - eine bittere Niederlage für den 77-Jährigen. Senatorin Elizabeth Warren erreichte mit 18,3 Prozent Platz drei. Sie verstehe nicht so ganz, wie man erst die Hälfte der Daten veröffentlichen könne, sagte Warren nach Bekanntgabe der vorläufigen Ergebnisse. Sie sollten es hinkriegen, alle Wahlbezirke auszuzählen.

Wegen einer schweren technischen Panne in Iowa waren die Wahlergebnisse nicht wie üblich noch in der Nacht bekannt gegeben worden, sondern erst spät am nächsten Tag. Das führte zu großer Frustration bei den Demokraten und zu viel Spott und Häme bei den Republikanern. Auf Twitter hatte Trump von einem unglaublichen Desaster gesprochen, in seiner Rede zur Lage der Nation war das Wahldebakel in Iowa jedoch kein Thema.

Buttigieg und Sanders vorne - vorläufige Wahlergebnisse von Iowa veröffentlicht
Claudia Sarre, ARD Washington
05.02.2020 06:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 05. Februar 2020 Deutschlandfunk um 07:44 Uhr in der Sendung "Informationen am Morgen" und die tagesschau um 09:00 Uhr.

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Claudia Sarre, NDR

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