Maria Butina aus Gefängnis entlassen | Bildquelle: REUTERS

Nach US-Haft Russische Agentin Butina abgeschoben

Stand: 26.10.2019 11:38 Uhr

Rückkehr nach Russland: Die als Agentin in den USA verurteilte Maria Butina ist nach ihrer Haftstrafe abgeschoben worden. Ihr Flieger landete in Moskau. Der Fall hatte für Verstimmungen zwischen Washington und Moskau gesorgt.

Die Enttarnung der russischen Agentin Maria Butina hatte 2017 in den USA für Aufsehen gesorgt. Die 30-Jährige, als Studentin der Universität in Washington eingereist, war festgenommen worden und in Untersuchungshaft gekommen. Später wurde sie in Washington wegen illegaler Agententätigkeit zu 18 Monaten Haft verurteilt. Nun ist sie zurück in Russland. In einer Aeroflot-Maschine erreichte sie am Mittag Moskau. Nach ihrer Ankunft dankte sie ihren Unterstützern.

Butina war am Freitag aus dem Bundesgefängnis in Tallahassee im Bundesstaat Florida entlassen und Beamten der US-Polizei- und Zollbehörde ICE übergeben worden. Das gegen sie ergangene Urteil wegen illegaler Agententätigkeit sah vor, dass Butina nach ihrer Freilassung unverzüglich abgeschoben werden sollte. 

Butina hatte sich in konservative Kreise in den USA eingeschleust. Sie soll unter anderem versucht haben, die US-Waffenlobby National Rifle Association (NRA) zu infiltrieren. Die NRA steht den Republikanern von US-Präsident Donald Trump nahe. Laut eigener Aussage war sie von 2015 bis zu ihrer Festnahme im Juli 2017 als Agentin tätig.

Maria Butina und Alexander Torschin (Archivbild vom 07.09.2012) | Bildquelle: AP
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Butinas Mission soll von Alexander Torschin angeleitet und finanziert worden sein. Er steht dem russischen Präsidenten Putin nahe.

Russland spricht von erfundenen Anschuldigungen

Der russische Außenminister Sergej Lawrow begrüßte die Freilassung Butinas. "Wir freuen uns, dass die amerikanische Justiz nach langem Hinauszögern endlich die Lösung gefunden hat, die wir angestrebt haben", sagte er nach Angaben der Agentur Interfax. Butina hatte sich im Rahmen des Prozesses für schuldig bekannt. Sie sei als illegale, nicht registrierte Agentin tätig gewesen. Ungeachtet dessen hatte die Regierung in Moskau von erfundenen Anschuldigungen gesprochen.

Der Fall hatte in den USA für erheblichen Wirbel gesorgt. Das Verfahren gegen Butina ging jedoch nicht auf die Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller zurück. Mueller hatte mögliche Absprachen von Vertretern des Trump-Lagers und Russlands im Wahlkampf 2016 untersucht. US-Geheimdienste werfen Russland versuchte Einflussnahme auf die damaligen US-Wahlen vor.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Oktober 2019 um 10:00 Uhr.

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