Rauchschwaden steigen in Penrose in den Himmel | Bildquelle: DAN HIMBRECHTS/EPA-EFE/REX

Katastrophe in Australien Brände wachsen zu "Megafeuer" zusammen

Stand: 10.01.2020 15:56 Uhr

Es ist die große Angst der Feuerwehrleute: Mehrere ohnehin schon große Feuer, die zu einem Riesenbrand zusammenwachsen. Genau das passiert gerade in New South Wales. Das Feuer dort ist doppelt so groß wie das Saarland.

Angefacht durch starke Winde sind im australischen Bundesstaat New South Wales zwei Feuer zu einem enormen Großbrand verschmolzen. Das neu entstandene "Megafeuer" erstreckt sich auf einem Gebiet von mehr als 600.000 Hektar - einer Fläche, die mehr als doppelt so groß ist wie das Saarland. Nach Einschätzung der Feuerwehr fachten Trockenheit und Temperaturen über 40 Grad den Brand zusätzlich an.

Sandra Ratzow, ARD Singapur, zzt. Kingscote, über die Feuer in Australien
tagesschau24 14:00 Uhr, 10.01.2020

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Ausnahmezustand

Angesichts der ungünstigen Wettervorhersagen galt in Gebieten in New South Wales und Victoria weiter der Ausnahmezustand. Die Behörden ordneten Evakuierungsmaßnahmen im Grenzgebiet zwischen New South Wales und Victoria an. Laut der Regierung des Bundesstaates gab es zuletzt 130 Brände, von denen rund 50 nicht unter Kontrolle waren. 

Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Hubschrauber warfen über Dörfern Vorräte ab. Die Feuerwehr warnte, dass Küstenorte südlich von Sydney, darunter Eden, Batemans Bay und Nowra, erneut bedroht sein könnten, nachdem dort schon vor wenigen Wochen Häuser abbrannten.

Mehr als eine Milliarde Tiere gestorben

Aber nicht nur Menschen sind betroffen: Der australische Zweig der Naturschutzorganisation WWF schätzt, dass durch die Brände 1,25 Milliarden Wildtiere ums Leben gekommen sind - Fledermäuse, Frösche und Insekten nicht mitgezählt. Die Katastrophe drohe manche Tierarten auszurotten, darunter den schimmernden Rabenkakadu und eine kniehohe Känguruart, warnten die Naturschützer. Der WWF-Wissenschaftler Stuart Blanch bezeichnete die Schätzung als konservativ.

Die meisten getöteten Tiere sind laut WWF Reptilien, gefolgt von Vögeln und dann Säugetieren wie Koalas, Kängurus, Schnabeligeln und Wombats. "Kängurus können vor Feuern davonkommen. Doch viele werden verkohlt, wenn sie in Zäunen feststecken", sagte Blanch.

Ein totes Känguru liegt auf einem abgebrannten Feld | Bildquelle: dpa
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Mehr als eine Milliarde Tiere wurden nach Schätzungen getötet - darunter auch Kängurus, die in Zäunen hängenbleiben.

Demos gegen Premierminister

Derweil gingen in Sydney und Melbourne Zehntausende Menschen auf die Straße und forderten von der konservativen Regierung verstärkte Klimaschutzbemühungen. Sie forderten etwa, den Kohleabbau und -export zu reduzieren.

Premierminister Scott Morrison, ein Förderer der Kohle-Industrie, bestreitet inzwischen zwar nicht mehr einen Zusammenhang zwischen den Bränden und dem Klimawandel - dieser sei aber nur eine von vielen Ursachen. Morrison bekräftigte zugleich seinen Widerstand gegen eine klimafreundlichere Wirtschaftspolitik. Australiens Kohleindustrie produziert rund ein Drittel der weltweiten Exporte und schafft Arbeitsplätze in wichtigen Wahlbezirken mit traditionell wechselnden Mehrheiten.

Große Unzufriedenheit

Demonstration gegen Premier Morrison in Sydney | Bildquelle: STEVEN SAPHORE/EPA-EFE/REX
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Demonstranten machen ihrem Unmut über Premier Morrison Luft.

Morrison steht auch wegen seines Krisenmanagements in der Kritik. Er war während der Feuer zum Urlaub nach Hawaii gereist. Vergangene Woche wurde er bei einem Besuch im Brandgebiet als "Idiot" beschimpft.

Seit Beginn der großen Buschfeuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektar Land, das entspricht ungefähr der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen. Tausende Häuser sind zerstört. Bilder der NASA zeigen, wie der Rauch 17 Kilometer in die Atmosphäre steigt.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 10. Januar 2020 um 14:00 Uhr.

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