Ein deutscher Tornado in Incirlik (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Anti-IS-Einsatz der Bundeswehr Luftwaffenstützpunkt in Incirlik wird ausgebaut

Stand: 25.04.2016 14:43 Uhr

Seit Anfang des Jahres unterstützen Aufklärungstornados der Bundeswehr vom türkischen Incirlik Einsätze gegen den IS in Syrien - und es sieht ganz danach aus, als plane das Verteidigungsministerium eine längerfristige Präsenz in der Türkei. Der Luftwaffenstützpunkt soll ausgebaut werden.

Die Bundeswehr scheint mit einem längeren Einsatz gegen den "Islamischen Staat" in Syrien zu rechnen. Denn das Verteidigungsminsterium plant den Ausbau des Luftwaffenstützpunkt im türkischen Incirlik. "Wir haben die Absicht, dort Infrastrukturmaßnahmen durchzuführen", sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Er bestätigte damit einen Bericht von "Spiegel Online".

Für die Ausbaumaßnahmen sollen knapp 65 Millionen Euro veranschlagt worden sein. Davon seien zehn Millionen für die Einrichtung eines deutschen Flugbereichs, 15 Millionen Euro für feste Unterkünfte für die Soldaten und 4,5 Millionen Euro für ein Betreuungsgebäude vorgesehen. 34 Millionen Euro sollen in einen voll ausgerüsteten Gefechtsstand investiert werden. Laut "Spiegel Online" sollen die geplanten Unterkünfte für bis zu 400 Soldaten ausgelegt sein, etwa doppelt so viele wie derzeit in Incirlik stationiert sind.

"Zeltbasis auf Dauer unbefriedigend"

Die Soldaten seien bislang teilweise "auf Zeltbasis" stationiert, was auf die Dauer unbefriedigend sei. "Wir wollen vernünftige Arbeitsmöglichkeiten schaffen", sagte der Sprecher. Aufgrund türkischer Sicherheitsvorgaben sollten die Aufträge an türkische Unternehmen vergeben werden.

Momentan sind in Incirlik bis zu sechs deutsche Aufklärungstornados und ein Airbus-Tankflugzeug stationiert. An Kampfeinsätzen gegen den IS in Syrien und im Irak dürfen sie sich nicht beteiligen. Mit ihren hochauflösenden Kameras helfen sie aber bei der Aufklärung für die internationale Anti-IS-Koalition, die Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz fliegt. Im Vorfeld des Einsatzes gab es Bedenken, dass die Türkei als Mitglied der Anti-IS-Koalition den ungehinderten Zugriff auf die Bilder aus den Kampfgebieten nutzen könnte, um auch kurdische Stellungen zu bombardieren.

Darstellung: