Bundeswehr-Soldat mit Zeichen der UN-Mission Minusma an der Uniform | Bildquelle: dpa

Offenbar Verwechslung Bundeswehr in Mali beschossen

Stand: 17.02.2019 20:22 Uhr

Malische Soldaten haben offenbar versehentlich einen Bundeswehrkonvoi der Minusma-Mission beschossen. Bei dem Schusswechsel wurde ein malischer Armeeangehöriger schwer verletzt. Die Bundeswehr untersucht den Vorgang.

In Mali sind Soldaten des deutschen Einsatzkontingentes Minusma beschossen worden. Der Konvoi war ausgerückt, um einen havarierten belgischen Transporter zu bergen, als er offenbar irrtümlich von malischen Kräften angegriffen wurde. Das teilte die Bundeswehr in einem Schreiben dem Verteidigungsausschuss des Bundestages mit, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

Die Bundeswehrsoldaten erwiderten das Feuer und verletzten einen malischen Soldaten. Der lebensgefährlich Verwundete wurde in ein UN-Lager gebracht. Deutsche oder belgische Truppenangehörige wurden nicht verletzt. Die Bundeswehr untersucht nun, wie es zu dem Schusswechsel kommen konnte. Die malische Armee gehört zu den Kooperationspartnern der Bundeswehr bei der Mission.

Ein malischer Soldat bespricht während einer EUTM-Übung mit einem deutschen Ausbilder im Geländesandkasten eine Manöverstrategie. | Bildquelle: dpa
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Bei der Mission kooperieren deutsche und malische Kräfte eng.

Gefährlichster Bundeswehr-Einsatz

Seit 2013 ist die Bundeswehr in Mali in den internationalen Einsatz zur Überwachung eines Friedensabkommens eingebunden. Der Norden des Landes war nach einem Militärputsch vorübergehend in die Hände islamistischer Rebellengruppen gefallen. Sie konnten erst nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Zu "Minusma" gehören derzeit rund 13.000 Soldaten aus aller Welt. Bis zu 1100 Bundeswehrsoldaten können dorthin entsandt werden.

Die Mission "Minusma" gilt als derzeit gefährlichster Einsatz der Bundeswehr. Extremisten greifen dort immer wieder UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Islamistische Gruppierungen terrorisieren den Norden Malis schon lange. Es kommt aber auch zu Anschlägen im Zentrum und Süden, etwa im November 2015, als Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako angriffen und rund 20 Menschen töteten.

Mehr als 150 Blauhelm-Soldaten kamen bereits bei dem Einsatz ums Leben, darunter auch zwei Hubschrauberpiloten der Bundeswehr. Trotzdem gab es im Bundestag 2018 eine große Mehrheit für die Verlängerung des Mandats. 496 votierten Abgeordnete für die Verlängerung, 156 dagegen. Es gab vier Enthaltungen. Neben der Großen Koalition stimmten auch FDP und Grüne dafür.

Bundeswehr-Konvoi in Mali beschossen
Dunja Sadaqi, ARD Rabat
18.02.2019 06:49 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 18. Februar 2019 um 04:48 Uhr.

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