Ein Soldat der Bundeswehr weist einen Angehörigen der Peschmerga nahe Erbil im Irak bei einer Übung ein. | dpa

Nach iranischen Angriffen Bundeswehr prüft Teilrückzug aus Erbil

Stand: 21.01.2021 12:00 Uhr

"Kein unnötiges Risiko": Die Bundesregierung prüft nach den iranischen Angriffen auf US-Stützpunkte im Irak einen Teilrückzug der im nordirakischen Erbil stationierten Bundeswehrsoldaten. Bei den Angriffen blieben alle unverletzt.

Die Bundeswehr bereitet nach Angaben von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer auch eine mögliche Verlegung eines Teils der im Norden Iraks stationierten Soldaten vor. Das kündigte sie nach dem iranischen Angriff auf einen von US- und internationalen Truppen genutzten Militärstützpunkt bei Erbil im ARD-Morgenmagazin an. "Wenn es um Teilabzüge geht, dann geht es um die, die als Ausbilder sowieso zurzeit nicht in Ausbildung gehen können", sagte sie. Man sei in enger Abstimmung mit den internationalen Partnern.

In dem nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz, die laut Verteidigungsministerium bei den nächtlichen Angriffen alle unverletzt blieben. Sie sind Teil der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS).

Verlegung nach Jordanien und Kuwait

Die Bundeswehr hatte wie einige andere Staaten bereits Soldaten aus dem Süden Iraks abgezogen und ein Viertel der gut 120 Bundeswehr-Angehörigen nach Jordanien und Kuwait verlegt. Der Norden des Landes hatte als sicher gegolten. "Insofern ist im Moment allerdings auch der Kampf gegen den IS in den Hintergrund getreten, was zusätzlich zu den Spannungen eine weitere Verschärfung der Sicherheitslage mit sich bringt", sagte die Verteidigungsministerin.

Der Iran hatte als Vergeltung für die Tötung von General Ghassem Soleimani in der Nacht zum Mittwoch zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen, darunter eine Basis im Raum Erbil. Den irakischen Streitkräften zufolge schlugen 17 iranische Raketen im Luftwaffenstützpunkt Ain al-Assad westlich von Bagdad und fünf in Erbil ein.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 08. Januar 2020 um 07:37 Uhr.