Bundeswehrsoldaten sichern im März 2018 den Besuch von Verteidigungsministerin von der Leyen ab. | Bildquelle: REUTERS

Bundeswehr in Afghanistan Mit dem Hubschrauber zur Arbeit

Stand: 19.10.2018 04:28 Uhr

Seit 2002 sind deutsche Soldaten in Afghanistan stationiert. Inzwischen konzentrieren sie sich auf die Ausbildung der afghanischen Armee. Es ist ein Einsatz voller Tücken.

Von Silke Diettrich, ARD-Studio Neu-Delhi

Mit Helmen, Schutzwesten und Gewehren bepackt steigen die Ausbilder in den Hubschrauber. Sie sind auf dem Weg zu afghanischen Soldaten. Rund 15 Kilometer liegen die beiden Camps voneinander entfernt, morgens fliegen die NATO-Soldaten hin und mittags zurück. 73 internationale Ausbilder sind gerade in Masar-i-Scharif stationiert, der Hubschrauber ist das Mittel der Wahl. Ein Fahrzeugkonvoi durch die Stadt wäre zu gefährlich und zu aufwändig.

"Von der Tendenz her muss ich leider sagen, dass die Intensität der Auseinandersetzungen hier im Norden zugenommen hat", sagt der deutsche Brigadegeneral Gerhard Klaffus. Er ist Kommandeur im NATO-Quartier in Masar-i-Scharif und damit verantwortlich für neun Provinzen von Afghanistan, deren Fläche etwa halb so groß wie Deutschland ist.

"Eine enorme Brutalität"

Selbst wenn die Sicherheitskräfte in den vergangenen Jahren deutlich professioneller geworden seien, hätten im Gegenzug auch die Extremisten an Schlagkraft dazu gewonnen, betont Klaffus. "Bedauerlicherweise ist es so, dass Afghanistan unverändert ein Gewaltproblem hat. Die Brutalität, mit der diese Gruppen örtlich vorgehen ist enorm und kennzeichnet dann auch die Situation hier im Land."

Die Taliban kontrollieren oder beeinflussen heute etwa 40 Prozent des Landes. Seit gut drei Jahren führt auch die Terrororganisation "Islamischer Staat" in Afghanistan brutale Anschläge aus. 

Dabei sei das Ziel der internationalen Gemeinschaft eigentlich, dass Afghanistan nie wieder ein sicherer Rückzugsort für Terrorismus wird, sagt der deutsche General Klaffus. "Das ist ein langer Weg, den wir bereits gegangen sind. Wir haben jetzt gerade wieder eine wichtige Phase vor uns und wir werden sehen, wie sehr unsere Anstrengungen fruchten, die wir in den letzten Jahren geleistet haben."

17 Jahre Bundeswehreinsatz in Afghanistan
Morgenmagazin, 19.10.2018, Peter Gerhardt, ARD Neu Delhi

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Leere Basare in Masar-i-Scharif

Die Soldaten betreten so gut wie nie die Stadt Masar-i-Scharif, die rund fünf Kilometer vom Camp entfernt liegt. Sie sehen weder die vielen Wahlplakate noch die Wahlwerbungen auf den Straßen. Sie sehen damit auch die leeren Basare nicht, auf denen kaum einer einkaufen geht, weil die Wirtschaft am Boden liegt.

Baber Ibrahimi versucht, Schmuck zu verkaufen, wählen geht er nicht: "Ich habe große Angst, dass es Explosionen am Wahltag geben wird. Die Menschen hier sind alle besorgt. Ich glaube, deswegen werden viele nicht hingehen."

Wann endet der Konflikt?

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17 Jahre Bundeswehreinsatz in Afghanistan und kein Ende in Sicht
Silke Diettrich, ARD Neu-Delhi
19.10.2018 00:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin am 19. Oktober 2018 um 05:43 Uhr.

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