Irans Präsident Ruhani vor dem iranischen Parlament

Bargeld aus Bundesbankkonten Iran will 300 Millionen Euro ausfliegen

Stand: 09.07.2018 14:42 Uhr

Der Iran fürchtet, wegen der US-Sanktionen bald kaum noch an Bargeld aus dem Ausland zu kommen. Deswegen will die Regierung 300 Millionen Euro Bares aus Deutschland ausfliegen.

Der Iran will rund 300 Millionen Euro Bargeld von Deutschland nach Teheran ausfliegen. So will das Land verhindern, den Zugriff auf das Geld zu verlieren. Die Konten könnten angesichts der US-Sanktionen eingefroren werden. Entsprechende Informationen der "Bild"-Zeitung wurden von der Bundesregierung bestätigt.

"In der Form das erste Mal"

Ob das Ausfliegen der Summe möglich ist, werde nun unter anderem durch die Finanzaufsicht Bafin geprüft, sagte eine Sprecherin des Finanzministeriums: "Nach meiner Information ist es in der Form das erste Mal." Diese Prüfungen liefen entsprechend klarer Vorgaben ab, so die Sprecherin weiter. Dabei werde berücksichtigt, ob das Geld etwa zur Terrorfinanzierung verwendet werden könnte.

Ein Sprecher des Außenministeriums ergänzte: "Natürlich ist klar, dass Teil der Prüfung der Bundesregierung auch ist, ob möglicherweise Verletzungen gegen ein Sanktionsregime vorliegen." Der Fall ist heikel, weil sich die USA nicht mehr an das Atomabkommen mit dem Iran gebunden sehen und die Sanktionen wieder verschärfen. Die übrigen Partner im Abkommen, darunter Deutschland, stehen nach wie vor zu den Verträgen.

Geld für Milizen in Syrien?

Konkret geht es darum, Guthaben der staatlichen Europäisch-Iranischen Handelsbank bei der Bundesbank in Höhe von 300 Millionen Euro auszuzahlen. Das Geld würde dann in den Iran geflogen. Laut "Bild" wolle der Iran damit Staatsbürger ausstatten, die etwa wegen der US-Sanktionen bei Auslandsreisen nicht auf Kreditkarten zurückgreifen könnten. Es wird zudem befürchtet, dass mit dem Geld etwa Milizen im syrischen Bürgerkrieg versorgt werden könnten.

Nach der Ankündigung neuer Sanktionen und einer Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA muss das islamische Land fürchten, demnächst kaum noch an Guthaben im Ausland zu kommen. Denn die USA drohen Geldhäusern, die direkt oder indirekt Transaktionen mit iranischen Instituten unterstützen, ebenfalls mit Sanktionen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 09. Juli 2018 um 14:15 Uhr und 15:15 Uhr in den Nachrichten.

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