Ein vermummter Demonstrant nimmt an einem Protest gegen den G20-Gipfel teil.  | Bildquelle: dpa

Proteste in Buenos Aires "Die G20 machen eine Show"

Stand: 01.12.2018 04:22 Uhr

Statt auf Straßenschlachten setzen die G20-Gegner in Buenos Aires bislang auf friedliche Proteste. Aber auch sie machen ihren Unmut deutlich: Argentinien gehe es schlecht, der Gipfel ändere nichts.

Von Anne Herrberg, ARD-Studio Buenos Aires

Mit Panflöten gegen Neoliberalismus, US-Präsident Trump als aufgeblasene Baby-Puppe und Südamerikas Präsidenten als Marionettentheater. Das waren die Bilder aus dem Zentrum von Buenos Aires.

Keine Straßenschlachten, kein zweites Hamburg. Tausende G20-Gegner haben am Freitag friedlich in Argentiniens Hauptstadt demonstriert - und das, obwohl allein die Anreise zum Protest eine Herausforderung war.

"Die ganze Stadt ist abgeschirmt, weil sie uns nicht auf der Straße haben wollten", erzählt eine Teilnehmerin. "Viele aus den Vororten konnten nicht kommen, weil die Züge und die U-Bahn nicht fahren. Aber wir sind trotzdem Tausende, um zu zeigen, dass wir gegen G20 und deren Politik sind, die für uns Menschen nichts Gutes bringt."

Millionen für einen Polizeieinsatz

25.000 Polizisten und Soldaten im Einsatz, Metallbarrieren überall, am Himmel kreisten die Hubschrauber - für viele der Demonstranten ein Affront und ein weiterer Beweis dafür, dass es bei G20 nicht um die Menschen geht, sondern um Interessen einzelner. 

Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro, z. Zt. Buenos Aires, mit einer Einschätzung zum G20-Gipfel
nachtmagazin 01:00 Uhr, 01.12.2018

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"Das ist eine Schande!", findet ein Demonstrant. "Argentinien steckt in einer schweren Wirtschaftskrise, aber der Regierung fällt nichts Besseres ein, als Millionen in einen sinnlosen Polizeieinsatz zu stecken. Nur um den Menschen seine Macht zu demonstrieren."

Die Reaktion auf der Straße war laut, bunt und auch ein bisschen international. Sogar aus Hamburg war eine Gruppe Globalisierungskritiker angereist, vor allem aber aus den lateinamerikanischen Nachbarländern.

Teilnehmer aus Brasilien sprechen von "Solidarität unter den Völkern Lateinamerikas", die in einer Krise der Demokratien und in Zeiten von Hass und Gewalt notwendig sei.

Frauen, die sich die Flaggen der G20-Länder auf den Oberkörper gemalt haben, marschieren gegen den G20-Gipfel. | Bildquelle: dpa
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Frauen, die sich die Flaggen der G20-Länder auf den Oberkörper gemalt haben, marschieren gegen den G20-Gipfel.

"Macri ist ein Lügner"

Die größte Kritik bekamen aber die Regierung von Präsident Mauricio Macri und der Internationale Währungsfonds ab. Bei dem ist das Gastgeberland Argentinien hoch verschuldet, nun soll gespart werden.

Das trifft Menschen wie Marco Ramos besonders hart, die sich wie Zehntausende in Argentinien mit Gelegenheitsjobs durchschlagen.

"Dieser Macri ist ein Lügner. Er hat uns den Wandel versprochen, aber nun gibt es keine Arbeit mehr, das Essen wird knapp", schimpft er. "Argentinien geht es schlecht, sehr schlecht!"

"Das sind doch alles Piraten und Halunken!", sagt Luis Alberto. "Diese ganzen G20, die machen eine Show und ein paar Fotos, reißen sich unsere Rinder, unsere Felder und unser Öl unter die Nägel. Aber verbessern tun sie überhaupt nichts." In Argentinien gebe es immer mehr Armut und immer mehr Menschen würden an den Rand gedrängt.

Polizeieinsatz nach dem Gipfel?

"Wir wollen Arbeit, keine Polizeiknüppel", singen die Demonstranten. Bei dieser Demo ist es friedlich geblieben. Weder gab es die befürchteten Ausschreitungen, noch griff die Polizei ein.

Viele Argentinier befürchten, dass die für den G20-Gipfel angeschafften Gummigeschosse und harte Munition bei zukünftigen Protesten gegen die Sparpolitik eingesetzt werden - dann, wenn der G20-Gipfel vorbei ist und Argentinien wieder alleine bleibt mit seiner Krise.

Streit über Handel und Klimaschutz bei G20-Gipfel
tagesschau24 09:00 Uhr, 01.12.2018, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 01. Dezember 2018 um 01:00 Uhr.

Korrespondentin

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Anne Herrberg, BR

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