Andrew Brunson | Bildquelle: AP

Nach türkischer Haft Pastor Brunson auf dem Weg in die USA

Stand: 13.10.2018 04:20 Uhr

Zwei Jahre lang hielt die Türkei US-Pastor Brunson fest. Nun ist er auf dem Weg zurück in die Heimat und wird noch heute in Washington erwartet. US-Präsident Trump feiert die Freilassung als Erfolg.

US-Präsident Donald Trump hat die Freilassung des zwei Jahre lang in der Türkei festgehaltenen US-Pastors Andrew Brunson als großen Erfolg gefeiert. "Er hat viel durchgemacht, aber nun ist er auf dem Weg zurück", sagte Trump am bei einem Wahlkampfauftritt. Brunson werde bereits heute in Washington erwartet - nach einem kurzen Zwischenstopp für einen medizinischen Check in Deutschland.

Seine Regierung habe bereits mehrfach Freilassungen von US-Bürgern erreicht - so auch bei Brunson, sagte Trump. "Wir holen viele Leute zurück." Der US-Präsident sagte, er wolle den Pastor möglichst noch am Samstag im Oval Office empfangen.

Die Türkei hatte Brunson zwei Jahre lang festgehalten und ihm unter anderem Spionage sowie die Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vorgeworfen. Damit setzte sich Ankara dem Vorwurf aus, Brunson einen politisch motivierten Prozess zu machen. Der Fall löste ein schweres Zerwürfnis zwischen den USA und der Türkei aus.

Türkische Justiz lässt US-Pastor Brunson frei
tagesthemen 23:15 Uhr, 12.10.2018, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Medizinischer Check in Ramstein

Am Freitag hob dann ein Gericht im westtürkischen Izmir den Hausarrest und die Ausreisesperre für Brunson auf. Noch am Abend verließ er die Türkei und flog zusammen mit seiner Frau Norine in Richtung Deutschland zum US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, nahm Brunson auf dem Rollfeld in Empfang.

"Dank Donald Trump ist er fast zuhause", schrieb Grenell über den Pastor, der nach seiner Landung eine ihm überreichte US-Flagge küsste. Nach einer ärztlichen Untersuchung sollte Brunson dann weiterfliegen und noch am gleichen Tag auf einem Militärflughafen außerhalb Washingtons landen.

Trump betonte, die USA hätten sich lange um eine Freilassung Brunsons bemüht. Der Erfolg habe aber nichts mit irgendeinem Deal zu tun. "Es gibt da keinen Deal", sagte er. "Aber wir sind sehr froh, dass wir ihn zurück haben."

Aus dem Weißen Haus hieß es, die US-Regierung sei weiter tief besorgt über die Inhaftierung anderer US-Bürger in der Türkei. Zugleich hieß es, die USA und die Türkei hätten eine Reihe von gemeinsamen Anliegen mit Blick auf regionale Sicherheit und Stabilität, und die US-Regierung freue sich, bei diesen Themen mit der Türkei zusammenzuarbeiten.

Zerwürfnis zwischen den USA und der Türkei

Der Fall Brunson hatte ein schweres Zerwürfnis zwischen Washington und Ankara ausgelöst. Die Türkei warf Brunson unter anderem Spionage und die Unterstützung der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK vor. Um die Freilassung des Pastors zu erreichen, verhängte US-Präsident Donald Trump im August Sanktionen und Strafzölle. Die türkische Lira brach daraufhin stark ein. Die Währungskrise dauert auch Wochen später noch an und wirkt sich zusammen mit der massiven Inflation auf die gesamte Wirtschaft aus. Auf die Entscheidung des Gerichts reagierte die Lira sofort mit einem Ausschlag nach oben.

Der 50-jährige Brunson hat mehr als 20 Jahren lang in der Türkei gelebt. Er war Pastor an einer evangelikalen Kirche in der Küstenmetropole Izmir, als er wenige Monate nach dem Putschversuch vom Juli 2016 in der Türkei festgenommen wurde und im Dezember desselben Jahres in Untersuchungshaft kam. Ende Juli wurde er wegen Gesundheitsproblemen in den Hausarrest entlassen.

Trump begrüßt Freilassung des US-Pastors Brunson
Martin Ganslmeier, ARD Washington
12.10.2018 18:23 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. Oktober 2018 um 23:12 Uhr in der Sendung „Das war der Tag“. Zudem berichteten die tagesthemen über dieses Thema am 12. Oktober 2018 um 23:15 Uhr.

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