Polizei am jüdischen Museum

Attentat am jüdischen Museum Drei Menschen in Brüssel getötet

Stand: 07.03.2019 21:23 Uhr

Bei einer Schießerei am jüdischen Museum in Brüssel sind drei Menschen getötet worden. Ein weiterer Mensch wurde schwer verletzt, sagte Innenministerin Joëlle Milquet. Die Opfer - nach ihren Worten zwei Frauen und ein Mann - müssten noch identifiziert werden.

Schießerei am jüdischen Museum
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Die Polizei sperrte den Ort weiträumig ab, Krankenwagen waren vor Ort.

Der Radiosender RTBF berichtete, ein Unbekannter sei mit einem Rucksack in das Museum gekommen, habe geschossen und sei dann mit einem Auto geflüchtet. Zeugen konnten offenbar den Autotyp und das Kennzeichen notieren. Nach den Worten des Brüsseler Bürgermeisters Yvan Mayeur gebe es eine Spur zu dem mutmaßlichen Täter. Zu Details nahm er keine Stellung. Das Areal um das Museum im Brüsseler Stadtteil Sablon wurde weiträumig abgesperrt.

"Akt des Terrorismus"

Die Organisation "Belgische Liga gegen den Antisemitismus" verurteilte die Tat als "Akt des Terrorismus". Innenministerin Milquet eilte zum Ort des Geschehens und sagte in einer ersten Reaktion der Zeitung "La Libre" zufolge, es gebe jeden Grund anzunehmen, dass es sich um eine antisemitische Attacke gehandelt habe. Die Sprecherin der Ministerin, Ingrid van Daele, relativierte später jedoch: Man untersuche derzeit den Tatort. Es sei noch zu früh, um sagen zu können, ob es einen antisemitischen Hintergrund gebe. Der Rat der Juden in Belgien gab an, es handle sich "wahrscheinlich um einen Terrorakt", teilte aber auch mit, es habe zuletzt keine Drohungen gegen das Museum gegeben.

Außenminister Didier Reynders zeigte sich im Kurzbotschaftendienst Twitter "schockiert von den Morden". "Ich bin in Gedanken bei den Opfern, die ich dort gesehen habe, und bei ihren Familien", schrieb er. In der Nähe des Tatorts im Stadtzentrum von Brüssel befinden sich außer dem Museum vor allem zahlreiche Antiquitätengeschäfte. Das Museum wurde vor neun Jahren eröffnet.

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