Angriff im Jüdischen Museum in Brüssel Polizei nimmt Tatverdächtigen fest

Stand: 07.03.2019 21:23 Uhr

Nach dem tödlichen Angriff im Jüdischen Museum in Brüssel ist in Frankreich ein Tatverdächtiger festgenommen worden. Das bestätigte die belgische Justiz. Einzelheiten will die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Nachmittag auf einer Pressekonferenz bekanntgeben.

Kamerabild des Täters mit Kalaschnikow und dunkler Mütze bei der Schießerei im Jüdischen Museum
galerie

Kamerabild des Täters - auch der Festgenommene trug eine Kalschnikow bei sich und eine schwarze Mütze.

Bei dem möglichen Täter handele es sich um einen 29-jährigen Franzosen, sagten Ermittler. Er sei bereits am Freitag von Zollbeamten in Marseille festgesetzt worden, als er mit dem Bus aus Brüssel eintraf. Bei ihm sei ein Sturmgewehr des Typs Kalaschnikow und eine Pistole gefunden worden - solche Waffen wurden auch bei der Schießerei benutzt. In seinem Gepäck sei zudem eine schwarze Mütze gefunden worden - ein solches Modell hatte auch der Täter in Brüssel getragen. Nach Erkenntnissen der Ermittler soll der Verdächtige im vergangenen Jahr an der Seite von Islamisten im Syrienkrieg gekämpft haben.

Hollande kündigt Dschihadismus Kampf an

Frankreich Präsident François Hollande versprach umgehend ein entschiedenes Vorgehen gegen Dschihadisten. "Wir werden sie bekämpfen", versicherte er vor Journalisten. Der im April vorgestellte Plan gegen den Dschihad-Tourismus werde "in den kommenden Monaten ausgebaut", sagte er. Die ganze Regierung sei mobilisiert.

Polizei und Spurensicherung am Tatort in Brüssel
galerie

Der Tatort in Brüssel: Die Motive des Täters blieben zunächst unklar.

Bei der Schießerei in dem nicht besonders gesicherten Museum waren am 24. Mai ein israelisches Paar und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin aus Frankreich erschossen worden. Ein belgischer Angestellter des Museums wurde schwer verletzt und später für klinisch tot erklärt.

Die Motive der Tat blieben zunächst unklar. Belgische Politiker schlossen einen antisemitischen Hintergrund nicht aus.

Darstellung: