Ein Feuerwehrmann rettet einen Verletzten aus den Trümmern der teilweise eingestürzten Autobahnbrücke Ponte Morandi. | Bildquelle: dpa

Eingestürzte Brücke in Genua "Die Hoffnung stirbt nie"

Stand: 15.08.2018 12:45 Uhr

Nach dem Brückeneinsturz in Genua suchen die Rettungskräfte weiter nach Überlebenden. Mittlerweile sind 39 Todesopfer bestätigt. Die italienische Regierung macht den Autobahnbetreiber verantwortlich.

In der norditalienischen Hafenstadt Genua sind bei den Rettungsarbeiten in der Nacht nach dem Einsturz einer Autobahnbrücke weitere Leichen geborgen worden. Die Zahl der offiziell bestätigten Toten stieg damit auf 39, wie der Zivilschutz mitteilte. Unter den Opfern seien auch drei Minderjährige im Alter von acht, zwölf und 13 Jahren. Darüber hinaus seien 15 Menschen verletzt worden.

"Die Hoffnung stirbt nie, wir haben bereits ein Dutzend Menschen aus den Trümmern gerettet", sagte Emanuele Gissi, ein Vertreter der Feuerwehr. Er kündigte an, die Helfer blieben "rund um die Uhr" im Einsatz.

Italienische Regierung macht Autobahnbetreiber für Einsturz verantwortlich
tagesschau 12:00 Uhr, 15.08.2018, Ellen Trapp, ARD Rom

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Ursachenforschung rückt in den Fokus

Nach Angaben des Zivilschutzes sind insgesamt rund tausend Einsatzkräfte an den Rettungsarbeiten beteiligt, unter ihnen Beamte von Feuerwehr und Polizei sowie Mitarbeiter des Roten Kreuzes.

Nun rückt die Frage nach der Ursache für die Katastrophe in den Fokus. Innenminister Matteo Salvini hält die mangelnde Instandhaltung der Brücke für eine Ursache des Unglücks. Die Verantwortlichen müssten für das Desaster bezahlen, "alles bezahlen, teuer bezahlen", erklärte er.

Regierung will Betreiber zur Rechenschaft ziehen

Verkehrsminister Danilo Toninelli drohte mit einer Klage gegen die Betreibergesellschaft, sollte ein Gericht eine Untersuchung einleiten. Auf Facebook forderte er personelle Konsequenzen: "Die Verantwortlichen von Autostrade per l'Italia müssen zurücktreten", schrieb er. Außerdem prüfe die Regierung die Auflösung des Vertrags mit der Firma sowie Bußgeldforderungen in Höhe von bis zu 150 Millionen Euro.

Sterne-Chef und Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio machte ebenfalls das Unternehmen für die Tragödie verantwortlich. "Autostrade muss für die Instandhaltung sorgen und hat dies nicht gemacht", sagte er dem Radiosender Radicale. Auch Salvini sprach sich für einen Entzug der Lizenz aus. Das sei das Mindeste, was man erwarten könne.

Der frühere Verkehrsminister Graziano Delrio sagte laut Nachrichtenagentur Ansa, es sei respektlos gegenüber den Opfern, politische Spekulationen aufzuwerfen. Erste Vermutungen drehten sich um eine womöglich zu schwache Brückenspanne.

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Einsturz von Autobahnbrücke in Genua (August 2018)

Eine eingestürzte Brücke in Genua

Blick auf die Autobahnbrücke Ponte Morandi in Genua, die am 14. August einstürzte. Dabei kamen viele Menschen ums Leben. | Bildquelle: PAOLA PIRRERA/ AFP

400 Menschen rund um Brücke sind obdachlos

In der Nähe der Brücke wurden nach dem Einsturz vorsichtshalber Gebäude geräumt. Mehr als 400 Menschen seien obdachlos, erklärte der Staatssekretär im Verkehrsministerium, Edoardo Rixi. Ihm zufolge wird der Einsturz weitreichende Konsequenzen haben, da die Brücke komplett abgerissen werden müsse. Das werde "schwerwiegende Auswirkungen" auf den Verkehr haben und so Probleme für Bürger und Unternehmen bringen.

Die zur Autobahn A10 gehörende Morandi-Brücke war am Dienstagmittag in 45 Metern Höhe auf einer Länge von rund 100 Metern eingestürzt. Zu der Zeit herrschte über der Hafenstadt ein schweres Unwetter mit starkem Regen und Gewitter. Augenzeugen berichteten, kurz vor dem Einsturz sei ein Blitz in die Brücke eingeschlagen.

Auf der Autobahn herrschte dichter Verkehr, da Italien heute den Feiertag Mariä Himmelfahrt begeht. Die Trümmerteile stürzten auf einen Fluss sowie auf Straßen und Gleise eines Industriegebietes. Zahlreiche Lkw und Pkw wurden in die Tiefe gerissen und unter Betonteilen begraben.

Experte beklagte vor zwei Jahren Ingenieursfehler

Die Arbeiten an der Ponte Morandi waren bereits in der Vergangenheit kritisiert worden. Ein Experte der Universität Genua, Professor Antonio Brencich, beklagte in einem Interview 2016, beim Bau habe es Ingenieursfehler gegeben. "Diese Brücke ist falsch. Jetzt oder später wird sie ersetzt werden müssen. Ich weiß nicht wann, aber es wird eine Zeit geben, wenn die Instandhaltungskosten höher sind als ihr Ersatz."

Die Brücke war 1967 fertiggestellt worden und ist Teil der Autobahn 10, die die italienische Riviera und Südfrankreich verbindet. Die Betreibergesellschaft Autostrade per Italia erklärte, zum Zeitpunkt der Tragödie seien Bauarbeiten an der Sohle des Viadukts ausgeführt worden. Der Zustand der Brücke sowie der Fortgang der Renovierung seien immer wieder kontrolliert worden. Erst wenn ein gesicherter Zugang zur Unfallstelle möglich sei, könne Näheres über die Ursachen des Einsturzes gesagt werden.

Helge Roefer, ARD Rom zzt. Genua, zur Suche nach weiteren Überlebenden
tagesschau 12:00 Uhr, 15.08.2018

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Landesweite Probleme bei der Infrastruktur

Der Einsturz lenkte zugleich den Blick auf die schlechte Verfassung vieler Straßen und Brücken im Land. Laut der Tageszeitung "La Repubblica" sind etwa 300 Brücken und Tunnel marode. Grund dafür seien die veraltete Infrastruktur und die lückenhafte Instandhaltung. Verkehrsminister Toninelli räumte ein, das Unglück belege den maroden Zustand der Infrastruktur und die Wartungsmängel.

Innenminister Matteo Salvini erklärte, der Vorfall belege, wie dringend das Land öffentliche Investitionen benötige. Damit verknüpfte der Vorsitzende der rechtspopulistischen Lega die Katastrophe von Genua mit dem Dissens zwischen seiner Regierung und der EU über die Verschuldung Italiens. Er bekräftigte, er wolle die Sicherheit der Italiener an erste Stelle rücken. Der Innenminister deutete zudem indirekt an, dass sich Italien nicht durch die Stabilitätsvorgaben der EU an erheblichen Investitionen in die Infrastruktur hindern lasse.

Über 30 Tote nach Brückeneinsturz
Lisa Weiß, ARD Rom
15.08.2018 09:51 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 14. August 2018 um 22:15 Uhr.

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