Eine Fähre vor Dover | Bildquelle: AP

Vorbereitung auf Chaos-Brexit Britische Regierung bucht Fähren

Stand: 29.12.2018 16:28 Uhr

Die britische Regierung bucht zur Vorbereitung auf einen ungeregelten Brexit Fähren. Damit soll die Versorgung des Landes gesichert werden, wenn wegen neu eingeführter Grenzkontrollen der Verkehr ins Stocken gerät.

Die britische Regierung gibt mehr als 111 Millionen Euro für die Buchung von Schiffsfähren aus. Damit soll die Versorgung des Landes gesichert werden, wenn wegen neu eingeführter Grenzkontrollen der Verkehr zwischen der Insel und der EU ins Stocken gerät.

Die zusätzlich gemieteten Schiffe sollten Häfen in Südengland wie Portsmouth, Poole oder Plymouth anlaufen, teilte das britische Verkehrsministerium mit. Es handle sich um eine Notfallmaßnahme. "Auch wenn wir weiterhin daran arbeiten, dass es zu einem Austrittsabkommen kommt, bereiten wir uns auf alle Szenarien vor."

Um die zusätzlichen Fährverbindungen zu gewährleisten, schloss die Regierung in London laut BBC Verträge mit drei Reedereien aus Frankreich, Dänemark und Großbritannien. Die Verträge wurden ohne die übliche Ausschreibung ausgehandelt. Das Verkehrsministerium begründete das mit der "äußerst dringenden Notlage".

Kritik von der Opposition

Der Chef der oppositionellen Liberal Party, Vince Cable, kritisierte das Vorgehen als "komplette Verrücktheit". Öffentliche Gelder würden in einem Last-Minute-Versuch verschwendet werden, den ungeregelten Austritt vorzubereiten.

Derzeit verkehren täglich etwa 16.000 Lastwagen zwischen dem nordfranzösischen Calais und Dover in Südengland. Sie transportieren unter anderem Lebensmittel, Medikamente oder Industriegüter. Sollten nach dem EU-Austritt in drei Monaten Grenzkontrollen eingeführt werden, wird mit langen Staus auf beiden Seiten des Ärmelkanals gerechnet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Dezember 2018 um 16:00 Uhr.

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