Merkel in Brüssel | dpa

Reaktionen auf Post-Brexit-Deal Merkel nennt Einigung "historisch"

Stand: 24.12.2020 18:10 Uhr

Bundeskanzlerin Merkel hat das Brexit-Handelsabkommen als "von historischer Bedeutung" begrüßt. Auch Frankreichs Präsident Macron reagierte erleichtert - ähnlich wie britische Politiker.

In ersten Reaktionen auf den Abschluss eines Handelsabkommens zwischen der EU und Großbritannien für die Zeit nach dem Brexit haben sich Staats- und Regierungschefs erleichtert bis zufrieden geäußert.

Die Einigung sei "von historischer Bedeutung", teile Bundeskanzlerin Angela Merkel in einer Stellungnahme mit. Ihr großer Dank gelte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Chefunterhändler Michel Barnier sowie dem gesamten Verhandlungsteam. "Mit dem Abkommen schaffen wir die Grundlage für ein neues Kapitel in unseren Beziehungen."

Die Kanzlerin äußerte sich in der Mitteilung zuversichtlich, dass Deutschland bald über seine Zustimmung zu dem Deal befinden könne: "Die Bundesregierung wird den Abkommenstext nun intensiv prüfen. Wir fangen dabei aber nicht bei Null an. Denn die Kommission hat die Mitgliedstaaten über den gesamten Verhandlungsprozess hinweg eng eingebunden", hieß es. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir hier ein gutes Resultat vorliegen haben".

Bundesaußenminister Heiko Maas kündigte an, Deutschland wolle im Rahmen seiner EU-Ratspräsident alles tun, damit das Abkommen rechtzeitig zum 1. Januar vorläufig in Kraft treten könne. "Das wird sehr herausfordernd und allen Seiten viel Flexibilität abfordern. Ich bin aber zuversichtlich, dass es gelingt", teilte er mit.

"Einheit und Stärke der EU zahlten sich aus"

Auch Vertreter weiterer EU-Mitgliedstaaten begrüßten das Abkommen als Zeichen europäischer Stärke.

Die Einheit und die Stärke der Europäischen Union hätten sich ausgezahlt, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Twitter. Die Vereinbarung mit Großbritannien sei der Schlüssel, um die französischen Bürger, Fischer und Produzenten zu schützen: "Frankreich wird sicherstellen, dass dies auch geschehen wird."

Italiens Premierminister Giuseppe Conte sagte, Großbritannein werde ein zentraler Partner und Verbündeter für die EU und Italien bleiben: "Die Interessen und Rechte europäischer Unternehmen und Bürger sind garantiert", sagte er.

Während der Brexit-Verhandlungen war lange Zeit die Grenze zwischen Irland und dem britischen Landesteil Nordirland ein Streitpunkt gewesen. Irlands Ministerpräsident Micheal Martin sagte nun, das Abkommen sei ein guter Kompromiss und stelle ein ausgewobenes Ergebnis dar. Die Vereinbarung sei die am wenigsten schlechte Version des Brexit, die möglich sei. Der irische Außenminister Simon Coveney äußerte sich ebenfalls zufrieden.

"Unsere Zukunft und unser Wohlergehen in unseren Händen"

Auf britischer Seite dankte Chefunterhändler David Frost allen, die den Deal zuwege gebracht hatten. Großbritannien mache sich am 1. Januar wieder als vollkommen unabhängiger Staat auf die Reise: "Unsere Zukunft und unser Wohlergehen liegen in unseren Händen. Ich bin zuversichtlich, dass wir aufblühen und erfolgreich sein werden."

Großbritanniens konservative Partei schrieb über den "Done Deal": "Wir sind eine unabhängige Handelsnation" - der vorliegende Handelspakt werde alle Teile des Königreichs prosperieren lassen.

Ein Sprecher der oppositionellen Labour-Partei bezeichnete den Abschluss eines Abkommens in einer ersten Reaktion als "im nationalen Interesse" Großbritanniens, auf das man lange gedrängt habe. Eine detailliertere Stellungnahme wollte die Partei zu einem späteren Zeitpunkt herausgeben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 24. Dezember 2020 um 16:56 Uhr.