Gerodete Fläche im Regenwald von Brasilien | Bildquelle: AFP

Regenwald in Brasilien Abholzung auf 6404 Quadratkilometern

Stand: 09.09.2019 01:32 Uhr

Im brasilianischen Regenwald wird immer intensiver gerodet. Laut Behördenangaben wurden in den ersten acht Monaten bereits 6404 Quadratkilometer vernichtet - fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Die Abholzung des brasilianischen Amazonas-Regenwalds hat sich innerhalb eines Jahres nahezu verdoppelt. Nach Behördenangaben wurden in den ersten acht Monaten bereits 6404 Quadratkilometer Regenwald zerstört. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 3367 Quadratkilometer. Das teilte das brasilianische Institut für Weltraumforschung (INPE) mit. Experten gehen davon aus, dass bis zum Jahresende insgesamt 10.000 Quadratkilometer Wald zerstört werden.

Allein im August wurden Satellitendaten zufolge 1700 Quadratkilometer Amazonas-Regenwald vernichtet. Das sind mehr als dreimal so viel wie im August 2018.

Brennende Bäume im Naturpark Chapada dos Guimaraes | Bildquelle: dpa
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Brennende Bäume im Naturpark Chapada dos Guimaraes. Die Feuer von Brandrodungen greifen immer wieder auf noch intakte Waldflächen über.

Bolsonaro und die Agrarlobby

Der ultrarechte brasilianische Staatspräsident Jair Bolsonaro sieht die INPE-Veröffentlichung kritisch. Vor einem Monat hatte er deshalb den Institutschef Ricardo Galvão gefeuert. Trotzdem gibt die Behörde weiterhin ihre Messdaten bekannt.

Bolsonaro ist eng mit der Agrarlobby verbündet und hat Umweltschutzauflagen gelockert. Brasilianische Bauern durften zuletzt nicht mehr fünf, sondern 20 Hektar Fläche abbrennen. Die Behörden, die illegale Rodungen verhindern sollen, wurden unter Bolsonaro geschwächt. Immer größere Waldflächen werden gerodet und anschließend abgebrannt, um Platz für die Landwirtschaft und Viehzucht zu schaffen.

Schwere Waldbrände

Im größten Tropenwald der Welt, der für das globale Klima eine entscheidende Rolle spielt, wüten derzeit die schwersten Brände seit Jahren. Nach Einschätzung von Umweltschützern stecken meist Farmer bereits abgeholzte Flächen in Brand, um neues Weideland zu schaffen. In der derzeitigen Trockenzeit greifen die Flammen auch immer wieder auf noch intakte Waldflächen über.

Deshalb wurde jüngst der "Leticia-Pakt für den Amazonas" von sieben der insgesamt neun Amazonas-Länder unterzeichnet.

Brasilien - Neue Daten belegen starke Zunahme der Abholzung
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
08.09.2019 23:47 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 09. September 2019 um 06:30 Uhr.

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