Lkw-Blockade in Brasilia | Bildquelle: AP

Streik in Brasilien Blockade fortgesetzt - nun kommt Militär

Stand: 26.05.2018 18:23 Uhr

Tausende Lkw-Fahrer blockieren in Brasilien aus Protest gegen hohe Preise die Straßen. Die Folge: Tankstellen, Flughäfen und Geschäfte sitzen auf dem Trockenen. Die Regierung setzt nun das Militär ein.

Seit Tagen streiken Tausende Lkw-Fahrer in Brasilien, mehrere Straßen sind durch ihre Fahrzeuge blockiert, die Versorgung der Bevölkerung ist stark beeinträchtigt. Hintergrund ist ein Streit um zuletzt stark gestiegene Preise für den Dieseltreibstoff. Allein im Mai stieg der Benzinpreis um etwa zwölf - der Dieselpreis um 9,3 Prozent.

Nun wies Präsident Michel Temer das Militär an, notfalls mit Gewalt Straßenblockaden von Truckern aufzulösen. Die Maßnahme sei "notwendig, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern", sagte Temer. "Die Streitkräfte werden schnell und energisch vorgehen, um die blockierten Straßen zu räumen", erklärte Verteidigungsminister Joaquim Silva e Luna.

Landesweit wurden mehr als 1000 Blockaden gezählt. Durch den Armee-Einsatz solle der Verkehr in "kritischen Gegenden" wieder fließen können, kündigte der Verteidigungsminister an.

Militär soll Blockaden wegen gestiegener Spritpreise in Brasilien auflösen
tagesschau 20:00 Uhr, 26.05.2018, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Einigung - doch die Blockaden bleiben

Temer sah sich zu dem Schritt offenbar gedrängt, nachdem eine Einigung mit mehreren Streikorganisationen keine Verbesserung der Lage gebracht hatte. Am Freitag war die Regierung den Lkw-Fahrern entgegengekommen und hatte den Preis für Diesel zunächst eingefroren und staatliche Subventionierungen versprochen. Auch bei anderen Forderungen kam die unter Druck stehende Regierung den Transportunternehmen entgegen.

Die größten Gewerkschaften Brasiliens verurteilten den Einsatz der Armee in einer gemeinsamen Stellungnahme. Allerdings rief die Abcam-Gewerkschaft, die etwa 700.000 Lkw-Fahrer repräsentiert, ihre Mitglieder unter Verweis auf Sicherheitsbedenken zur Beendigung der Blockaden auf.

Demonstranten blockieren die Zufahrt zu einer Petrobas-Tankstelle | Bildquelle: AP
galerie

Demonstranten blockieren die Zufahrt zu einer Tankstelle in Brasilia. Der Kraftstoffpreis war zuletzt stark gestiegen.

Kaum Kerosin, keine frischen Lebensmittel

Im ganzen Land kommt es seit Beginn der Woche zu Versorgungsengpässen und Einschränkungen beim öffentlichen Nahverkehr. In den Großstädten Sao Paulo und Rio de Janeiro wurde der Notstand ausgerufen. In Rio ist an über 90 Prozent der Tankstellen kein Kraftstoff mehr zu bekommen. Über zehn Flughäfen, darunter auch der Airport der Hauptstadt Brasilia, haben kein Kerosin mehr zum Auftanken der Flugzeuge. Obst, Gemüse und andere schnell verderbliche Produkte sind aus den Geschäftsregalen verschwunden. Es kam zu teils heftigen Preissteigerungen. Die komplette brasilianische Autoindustrie musste ihre Produktion stoppen.

Leere Kisten in einem CEASA-Verteilzentrum für Gemüse in Brasilia. | Bildquelle: AFP
galerie

In vielen Städten gibt es inzwischen Versorgungsengpässe - wie in diesem CEASA-Verteilzentrum für Gemüse in Brasilia deutlich zu sehen ist.

Währung deutlich abgewertet

Die Regierung wirft den Transportunternehmern vor, den Streik zur Durchsetzung eigener Interessen zu nutzen. Gewerkschaften und Branchenvertreter fordern eine gesetzlich verbriefte Senkung der Steuern auf Kraftstoffe. Grund für die jüngste Preissteigerung sind der steigende Ölpreis auf dem Weltmarkt und die deutliche Abwertung der Landeswährung Real.

Lkw-Streik in Brasilien
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
26.05.2018 09:14 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 26. Mai 2018 um 07:34 Uhr.

Darstellung: