Ein Feuerwehrmann stapft durch die Schlammmassen in Brasilien. | REUTERS

Tödliche Schlammlawine Brasiliens Justiz friert Vale-Konten ein

Stand: 28.01.2019 00:41 Uhr

Die Rettungskräfte haben nach dem Dammbruch in Brasilien die Suche nach Überlebenden wieder aufgenommen. Rund 300 Menschen werden noch vermisst. Die Justiz fror inzwischen weitere Konten des Vale-Konzerns ein.

Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 58 gestiegen. 305 weitere Menschen wurden noch vermisst, wie die Zivilschutzbehörde mitteilte. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch steigen. Bisher konnten die Rettungskräfte keine Überlebenden bergen.

Die brasilianische Justiz fror am Sonntag zusätzliche fünf Milliarden Real (rund 1,2 Milliarden Euro) auf den Konten des Vale-Konzerns ein. Damit sind inzwischen umgerechnet 2,6 Milliarden Euro blockiert, damit Opfer Entschädigungszahlungen erhalten können.

Das Umweltministerium kündigte bereits eine Strafe in Höhe von rund 58 Millionen Euro an. Dem Konzern gehört die Eisenerzmine nahe der Stadt Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais, wo sich das Unglück am Freitag ereignete.

Warten auf Entschädigungen

Vale war bereits in ein Unglück in Mariana im November 2015 verwickelt. Damals kamen bei einer Schlammwelle 19 Personen ums Leben. Der Rio Doce und mehrere Nebenflüsse wurden verschmutzt. Bis heute warten Hunderte Familien auf Entschädigungszahlungen der Bergbaufirma Samarco, ein Tochterunternehmen der australischen BHP Billiton und der brasilianischen Vale.

Angst vor weiterem Dammbruch

Nach dem Dammbruch an einem Rückhaltebecken für Bergbauabraum hatten sich nach Vale-Angaben am Freitag etwa zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm über die Umgebung ergossen und Häuser, Autos und Straßen unter sich begraben. Rund 200 Feuerwehrleute und 13 Hubschrauber sind an den Such- und Bergungsarbeiten beteiligt. Israel schickte 130 Soldaten und 16 Tonnen Material an die Unglücksstelle, um bei den Such- und Bergungsarbeiten zu helfen.

Zeitweise fürchtete Vale einen weiteren Dammbruch, nachdem an einem anderen Rückhaltebecken erhöhte Wasserstände gemessen worden waren. Die Rettungsarbeiten wurden vorübergehend eingestellt und die Evakuierung mehrerer Ortschaften angeordnet. Inzwischen sei die Gefahr aber vorüber, teilte Vale mit.

Wie es zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Der Damm war erst kürzlich von Experten des TÜV Süd untersucht worden, Mängel seien keine gefunden worden. In der Mine darf derzeit nicht gearbeitet werden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2019 um 20:00 Uhr.