Von der Schlammlawine zerstörtes Haus | Bildquelle: dpa

Minen-Unglück in Brasilien Neuer Dammbruch befürchtet

Stand: 27.01.2019 17:04 Uhr

Wegen der Gefahr eines weiteren Dammbruchs in Brasilien evakuiert die Feuerwehr etwa 24.000 Menschen nahe einer Eisenerzmine. Die Bergungsarbeiten in den Schlammmassen des ersten Abgangs vom Freitag mussten ausgesetzt werden.

Aus Furcht vor einem weiteren Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien evakuiert die Feuerwehr mehrere Ortschaften in der Region. Es würden rund 24.000 Menschen in Sicherheit gebracht, teilte die Feuerwehr mit. Die Bergungsarbeiten in dem Unglücksgebiet mussten nach der neuen Warnung ausgesetzt werden.

Der Minenbetreiber Vale hatte zuvor an einem Rückhaltebecken erhöhte Wasserstände gemessen und Alarm ausgelöst. Es hatte stark geregnet. Das Rückhaltebecken ist kleiner als das Abraumbecken, dessen Damm am Freitag gebrochen war. Es enthält vor allem Wasser und weniger Schlamm aus Bergbau-Rückständen.

Der Dammbruch am Freitag hatte eine Lawine mit etwa zwölf Millionen Kubikmetern Schlamm ausgelöst, die sich kilometerweit über Teile des Minengebietes und nahe liegende Siedlungen ergoss. Mehrere Häuser wurden unter dem bis zu zehn Meter hohen Schlamm begraben. Mindestens 37 Menschen kamen ums Leben. Rund 250 Menschen werden noch vermisst.

Nach Dammbruch in Brasilien: Bergungsarbeiten vorläufig eingestellt
tagesschau 17:15 Uhr, 27.01.2019, Matthias Ebert, ARD Rio de Janeiro zzt. Brumadinho

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Umweltministerium kündigt Strafe an

Das Unglück ereignete sich im Bundesstaat Minas Gerais im Südosten Brasiliens, in der Nähe der Regionalhauptstadt Belo Horizonte, eine der wichtigsten Abbauregionen für Eisenerz weltweit. Präsident Jair Bolsonaro twitterte nach einem Besuch der Unglücksstelle: "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um den Opfern zu helfen, die Schäden gering zu halten, die Fakten zu ermitteln, für Gerechtigkeit zu sorgen und diese Tragödien für die Brasilianer und die Umwelt künftig zu verhindern."

Das Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Real (58 Mio. Euro) gegen den brasilianischen Betreiber Vale an. Medienberichten zufolge sollten zur Sicherheit Vermögenswerte des Konzerns über eine Milliarde Real blockiert werden.

Wie es genau zu dem Unfall kam, sei noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Laut dem Bergbaukonzern hatte ein deutsches Unternehmen, nämlich der TÜV Süd, erst im September die Dämme und Rückhaltebecken des Bergwerks überprüft. Der TÜV habe nichts beanstandet.

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Schlammlawine in Brasilien (26.01.2019)

Rettungskräfte suche in der Schlammlawine nach Überlebenden

Nach dem Dammbruch in einer Eisenerzmine in Brasilien haben die Rettungskräfte kaum noch Hoffnung, Überlebende zu finden. | Bildquelle: AFP

Gefahr eines neuen Dammbruchs behindert Rettungsarbeiten
Ivo Marusczyk, ARD Buenos Aires
27.01.2019 17:25 Uhr

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Mit Informationen von Ivo Marusczyk, ARD-Studio Buenos Aires

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2019 um 13:15 Uhr.

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