Demo für Präsidentschaftskandidat Bolsonaro | Bildquelle: REUTERS

Vor Stichwahl in Brasilien Tausende demonstrieren für Bolsonaro

Stand: 22.10.2018 01:30 Uhr

Anhänger des Rechtspopulisten Bolsonaro sind in mehreren Städten Brasiliens auf die Straße gegangen. Sie wollen einen Sieg ihres Kandidaten bei der Stichwahl ums Präsidentenamt kommende Woche unterstützen.

Eine Woche vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien haben Tausende Menschen für den Rechtspopulisten Jair Bolsonaro demonstriert. An der Copacabana in Rio de Janeiro versammelten sich Demonstranten mit Schildern und brasilianischen Flaggen. Bolsonaro sei bescheiden, sage die Wahrheit und könne sich mit dem Volk identifizieren, sagte ein Teilnehmer. "Sie sagen, er sei rassistisch, weil sie nicht sagen können, dass er korrupt ist."

Auch in weiteren Städten des südamerikanischen Landes gingen Menschen zur Unterstützung Bolsonaros auf die Straßen. Gewinne er die Wahl, werde er eine in der Geschichte Brasiliens nie dagewesene "Aufräumaktion" durchführen, sagte der 63-jährige Kandidat in einer Videobotschaft, die auf einer Leinwand in Sao Paulo übertragen wurde. "Wir werden diese roten Banditen von der Landkarte fegen", sagte Bolsonaro in Bezug auf die Mitglieder der linken Arbeiterpartei.

Demonstration für Bolsonaro | Bildquelle: Fernando Bizerra Jr/EPA-EFE/REX/
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Anhänger des Rechtspopulisten Bolsonaro sind in mehreren Städten Brasiliens auf die Straße gegangen.

Umfragen sehen Bolsonaro vorne

Die Kundgebungen für Bolsonaro waren eine Reaktion auf Demonstrationen am Vortag, die sich gegen einen Wahlsieg des Rechtspopulisten gerichtet hatten. Auch diese Veranstaltungen hatten tausende Menschen auf die Straßen gebracht. Das Motto der Umzüge lautete: "Nicht ihn."

Aus der ersten Runde der Präsidentenwahl Anfang Oktober war Bolsonaro mit 46 Prozent der Stimmen als klarer Sieger hervorgegangen. Am 28. Oktober trifft er in der Stichwahl auf den Zweitplatzierten Fernando Haddad von der linken Arbeiterpartei. Umfragen sehen Bolsonaro vorne.

Bolsonaro polarisiert immer wieder mit abfälligen Bemerkungen über Minderheiten, Frauen, Homosexuelle und Schwarze sowie mit seiner Sympathie für die Militärdiktatur (1964-1985). Im Kampf gegen die ausufernde Kriminalität - pro Jahr werden in Brasilien über 60 000 Menschen getötet - will er den Waffenbesitz für Privatpersonen erleichtern.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Oktober 2018 um 09:11 Uhr und am 26. Oktober 2018 um 06:45 Uhr.

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