Demonstration in Brasilien gegen die Absetzung Dilma Rousseffs

Nach Absetzung Rousseffs Spannungen in Südamerika

Stand: 01.09.2016 09:08 Uhr

Spannungen in Südamerika: Die Absetzung der brasilianischen Präsidentin Rousseff hat eine Eiszeit mit mehreren südamerikanischen Ländern ausgelöst. Venezuela, Ecuador und Bolivien zogen ihre Botschafter ab und bezeichneten die Amtsenthebung als "Staatsstreich".

Die endgültige Absetzung der suspendierten brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff hat diplomatische Spannungen in Südamerika ausgelöst. Die linksgerichteten Regierungen von Venezuela, Ecuador und Bolivien kritisierten die Amtsenthebung Rousseffs als unrechtmäßig und zogen ihre Botschafter aus Brasilien zurück. Brasilien berief im Gegenzug die Botschafter aus diesen drei Ländern zurück. Zudem verbat es sich von ihnen die Einmischung in innere Angelegenheiten.

Tausende Brasilianer demonstrieren gegen den neuen Präsidenten Temer
tagesschau24 11:00 , 01.09.2016, Sonja Keilmann, ARD-aktuell

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"Staatsstreich" und "Verrat"

Venezuelas Außenministerium bezeichnete Rousseffs Absetzung als "parlamentarischen Staatsstreich" und kündigte an, die diplomatischen Beziehungen zu Brasilien auf Eis zu legen. Präsident Nicolás Maduro bezeichnete die neue brasilianische Führung als "oligarchische und imperialistische Truppe", die sich gegen die linken Bewegungen in Südamerika stelle. Auch Boliviens Präsident Evo Morales sprach von einem "parlamentarischen Staatsstreich gegen die Demokratie". Ecuadors Präsident Rafael Correa bezeichnete Rousseffs Absetzung als "Verrat". Kuba sprach von einer "Beleidigung des Wählerwillens" durch den brasilianischen Senat.

Brasilien attestierte den Kritikern in einer Erklärung eine "profunde Unkenntnis der Gesetzeslage in Brasilien". Mit ihrer Kritik an dem parlamentarischen Amtsenthebungsverfahren Rousseffs hätten die Länder gegen die "Prinzipien und Ziele der lateinamerikanischen Integration" verstoßen. Die Regierungen Argentiniens, Chiles und Paraguays kündigten an, die Entscheidung des Senats in Brasília zu respektieren.

Neuer Präsident vereidigt

Unterdessen wurde Brasiliens neuer Präsident Michel Temer im Senat vereidigt. Er versprach eine "neue Ära" für das Land. "Mein einziges Interesse liegt darin, meinem Nachfolger ein Land zu übergeben, das versöhnt, befriedet und wirtschaftlich auf Wachstumskurs ist", sagte Temer.

Temer, der unter Rousseff Vizepräsident war, wird bis zum Ende der Wahlperiode im Dezember 2018 regieren. Der konservative Politiker, Chef der Zentrumspartei PMDB, war schon seit Mitte Mai Interimspräsident. Der umstrittene Machtwechsel ist ein Rechtsruck im größten Land Lateinamerikas: Nach gut 13 Regierungsjahren der gemäßigt linken Arbeiterpartei übernimmt eine Koalition konservativer, liberaler und evangelikaler Parteien das Ruder.

Brasiliens Präsident Michel Temer
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Unter Rousseff Vizepräsident, jetzt Brasiliens neuer Präsident: Michel Temer

In vielen Städten gingen Demonstranten gegen die Amtsenthebung Rousseffs und gegen Übergangspräsident Temer auf die Straße. In der Metropole São Paulo kam es zu Zusammenstößen von Demonstranten mit der Polizei. Vereinzelt gab es auch Kundgebungen zur Unterstützung der neuen Regierung.

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