Das brennende Gebäude der Hashem-Fabrik für Getränke und Lebensmittel in Bangladesch | AFP

Katastrophe in Bangladesch Mehr als 50 Tote bei Brand in Fabrik

Stand: 09.07.2021 12:34 Uhr

In Bangladesch sind bei einem Feuer in einer Lebensmittelfabrik mehr als 50 Menschen ums Leben gekommen. Viele wurden verletzt, als sie aus dem sechsstöckigen Gebäude sprangen, um sich vor den Flammen zu retten.

Bei einem Brand einer Fabrik in Bangladesch sind mindestens 52 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 30 Menschen erlitten Verletzungen, viele bei Sprüngen aus der sechsstöckigen Hashem-Fabrik für Getränke und Lebensmittel, um sich vor den Flammen zu retten.

Es habe fast 20 Stunden gedauert, das am Donnerstag ausgebrochene Feuer zu löschen, teilte Feuerwehrsprecher Abdullah Al Arefin am Freitag mit. Mindestens 49 verkohlte Leichen seien im verschlossenen vierten Stock des sechsgeschossigen Gebäudes geborgen worden. Drei weitere Tote waren am Donnerstag gleich nach Ausbruch des Brandes entdeckt worden.

Die Brandursache war zunächst unklar. Die Fabrik, in der unter anderem Säfte und Softdrinks hergestellt wurden, liegt etwa 25 Kilometer östlich von Dhaka, der Hauptstadt des südasiatischen Landes. Leicht brennbares Material wie Folienpapier, Harz und Plastikflaschen hatten das Inferno offenbar verstärkt. Zunächst hatte die Feuerwehr mitgeteilt, gelagerte Chemikalien und Plastik hätten den Brand ausgelöst. 

Mindestens 1000 Menschen im Fabrikgebäude

25 Menschen, die sich auf das Dach der Fabrik geflüchtet hatten, konnten von der Feuerwehr gerettet werden. Aber der vierte Stock sei verschlossen gewesen, so dass die Arbeiter dort in der Falle saßen. "Wir hätten auch sie retten können, wenn sie es aufs Dach geschafft hätten", sagte Arefin und teilte mit, dass in Kürze die fünfte und sechste Etage durchsucht würden.

Im Fernsehen sagten Beschäftigte, sie hätten das Schloss eines Tors aufgebrochen, um aus der Fabrik zu fliehen. Als das Feuer ausbrach, seien mindesten 1000 Mitarbeiter im Werk gewesen. Die Behörden richteten ein Untersuchungsteam ein. Von Seite der Fabrikanten lag zunächst keine Äußerung vor.

Angehörige versammeln sich vor dem brennenden Gebäude

Hunderte Fabrikarbeiter und Angehörige versammelten sich auf der Suche nach Vermissten vor dem brennenden Gebäude. "Wir sind hergekommen, weil unsere Nichte seit einer Weile unsere Anrufe nicht entgegengenommen hat", sagte Nazrul Islam. "Jetzt klingelt ihr Telefon gar nicht mehr. Wir sind besorgt."

In Bangladesch gibt es immer wieder verheerende Brände. Ursache sind oftmals Verstöße gegen Brandschutzregeln. Im Februar 2019 waren mindestens 70 Menschen beim Brand mehrerer Wohnungen in Dhaka ums Leben gekommen, in denen illegal Chemikalien gelagert worden waren. Im April 2013 kamen beim Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in einem Vorort von Dhaka, 1100 Menschen ums Leben. Das Gebäude war unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen zusammengerochen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Juli 2021 um 12:00 Uhr.