Eine Frau geht durch einen Sprühnebel, um sich in der großen Hitze zu erfrischen. | dpa

Italien und Griechenland Hitzewelle historischen Ausmaßes

Stand: 02.08.2021 07:50 Uhr

Auch nachts 30 Grad - und das vielleicht noch wochenlang: In Teilen Griechenlands könnte es den bislang heißesten Sommer geben. Die Folgen sind dramatisch.

Die Hitzewelle in Griechenland hat laut Meteorologen historische Ausmaße erreicht. Das Wetteramt rechnet mit Temperaturen um die 44 Grad mindestens bis zum kommenden Wochenende. Experten vergleichen die Dauer und die hohen Temperaturen mit denen im Jahr 1987. Damals waren in Griechenland nach mehreren Tagen mit Werten über 40 Grad Schätzungen nach mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Einige Meteorologen befürchten sogar, die Thermometer könnten in den kommenden Tagen einen Rekord in Europa zeigen. 1977 waren in Athen und der rund 30 Kilometer westlich liegenden Stadt Elefsina 48 Grad Celsius gemessen worden. Das ist die bislang höchste in Europa gemessene Temperatur.

Auch nachts 30 Grad

Vielerorts fallen die Temperatur nachts nicht unter 30 Grad. So können sich die Menschen nach mehreren Hitzetagen nicht erholen. Zahlreiche Menschen haben bereits Hals- und Kopfschmerzen wegen der Luft der Klimaanlagen, die rund um die Uhr laufen.

Die Hitze stellt auch die Leistung des Energiesystems des Landes auf die Probe. Aus diesem Grund sind alle Techniker in Alarmbereitschaft versetzt worden. Alle vorhandenen Energiewerke seien an das nationale Energiesystem angeschlossen worden, hieß es. Der Zivildienst warnte erneut, die Brandgefahr bleibe wegen der Dürre hoch.

Feuer im Süden Griechenlands

Am Sonntagnachmittag brach auf Rhodos ein Feuer aus. Mehrere Dörfer mussten evakuiert werden. Zudem fiel wegen des Brandes vielerorts der Strom aus. Einige Bewohner der Insel berichten, dass auch die Wasserversorgung unterbrochen sei. 

Auch auf der Halbinsel Peloponnes brannte es am Wochenende dutzendfach. Die meisten Brände konnten rasch unter Kontrolle gebracht werden. Fünf Dörfer in der Nähe der Stadt Patras mussten evakuiert werden. Mindestens 16 Menschen kamen wegen Atemwegsbeschwerden in umliegende Krankenhäuser.

Türkei: Schlimmste Brände seit Jahren

Sehr kritisch bleibt die Lage auch in der Türkei, wo Waldbrände immer wieder durch starke Winde angefacht werden. In beliebten Urlaubsregionen wie Bodrum, Antalya und Mugla wurden ganze Viertel evakuiert. Zahlreiche Touristen mussten umquartiert werden. Allein in Antalya wurden bereits zehn Todesopfer seit Beginn der Brände gezählt.

Die Europäische Union unterstützt die Türkei im Kampf gegen die Waldbrände. Es würden zwei Löschflugzeuge aus Spanien und eines aus Kroatien zur Verfügung gestellt, teilte die EU mit. Zuletzt schon hatten Russland, die Ukraine, der Iran und Aserbaidschan Einsatzkräfte zur Unterstützung geschickt.

Lage auf Sizilien und Sardinien leicht entspannt

In Italien war am Wochenende besonders Sizilien von Bränden betroffen. Vor allem im Osten um die Stadt Catania richteten die Flammen schwere Zerstörungen an, auch in Ferienanlagen an Stränden. Regierungschef Mario Draghi unterschrieb am Sonntag ein Dekret und gab damit den Weg frei, damit weitere Feuerwehr-Trupps aus anderen Regionen nach Sizilien zur Hilfe entsandt werden konnten.

Für heute senkte die Zivilschutzbehörde das Brandrisiko in vielen Gegenden Siziliens. Für die gesamte Insel galt die mittlere Warnstufe. Zuvor war unter anderem der Osten in die rote und höchste Brandrisikozone eingeteilt. Die Temperaturen lagen dort zuletzt um die 40 Grad Celsius. Heute dürften sie wieder deutlich über 30 Grad Celsius liegen. Trockenheit und starke Winde sorgten gepaart mit der Hitze dafür, dass sich die Flammen schnell ausbreiten konnten.

Davor war der Westen der Ferieninsel Sardinien stark von Bränden betroffen gewesen. Dort loderten Flammen auch in Touristengegenden. Die Zivilschutzbehörde der Insel sagte für heute nur noch ein mittleres Brandrisiko voraus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. August 2021 um 08:00 Uhr in den Nachrichten.

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KOMMENTARE

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Inga N. 02.08.2021 • 14:40 Uhr

@Kaneel

Wenn Sie wirklich den Verlauf der Diskussion verfolgt hätten, hätten Sie mitbekommen, dass ich garnichts von der kurdischen Quelle auf Twitter, Rojava-Network, als Fakt bezeichnet habe. Mir wurde diese Anschuldigung aufgelastet, so wie Sie das gerade tun! Von daher lesen Sie nochmal.