Algeriens Präsident Bouteflika | Bildquelle: AFP

Algerien Bouteflika ist wieder im Land

Stand: 26.03.2019 16:54 Uhr

Nach rund zwei Wochen medizinischer Behandlung in der Schweiz ist Algeriens altersschwacher Präsident Bouteflika offenbar in der Heimat angekommen. Dort wird seit Wochen gegen ihn demonstriert.

Algeriens umstrittener Präsident Abdelaziz Bouteflika ist aus der Schweiz zurück in sein Heimatland geflogen. Der 82-Jährige hatte zwei Wochen in einem Schweizer Krankenhaus zur medizinischen Behandlung verbracht. Das Präsidialamt teilte mit, bei der Behandlung in Genf habe es sich um routinemäßige Untersuchungen gehandelt, wie die staatliche Agentur APS meldete.

Anhaltende Proteste gegen weitere Kandidatur

Bouteflika, der Algerien seit fast 20 Jahren regiert, hatte sich seit einem Schlaganfall vor sechs Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Gegen seine Ankündigung, bei der Wahl am 18. April erneut für das Präsidentenamt zu kandidieren, protestieren in Algerien seit Tagen Zehntausende von Menschen.

Am Freitag kam es zu den bislang größten Demonstrationen gegen Bouteflika, als Hunderttausende Protestierende in der Hauptstadt Algier auf die Straßen gingen. 

Während Bouteflikas Aufenthalt in der Klinik hatte es eine Reihe von Protestaktionen in Genf gegeben. Am Freitag war der algerische Unternehmer Rachid Nekkaz vor der Klinik verhaftet worden. Er hatte mit einer Gruppe von Unterstützern vor dem Krankenhaus demonstriert und anschließend versucht, in das Gebäude einzudringen und Näheres über den Gesundheitszustand von Bouteflika zu erfahren.

Bouteflikas Partei äußert sich

Kurz vor der Ankunft Bouteflikas brach die algerische Regierungspartei FLN ihr Schweigen zu den massiven Protesten. Sie stehe bereit, mit allen Parteien zusammenzuarbeiten, um die Krise zu beenden, erklärte die FLN - "mit den geringsten Kosten für das Land". Der Stabschef der Armee, General Ahmed Gaid Salah, teilte mit, Volk und Armee hätten die gleiche "Zukunftsvision" für Algerien.

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