Der deutsche Botschafter in Venzuela, Martin Kriener, bei einer Pressekonferenz. | Bildquelle: REUTERS

Kriener wieder in Caracas Deutscher Botschafter zurück in Venezuela

Stand: 22.07.2019 14:15 Uhr

Viereinhalb Monate nach seiner Ausweisung ist der deutsche Botschafter Kriener nach Venezuela zurückgekehrt. Vor seiner Rückkehr hatten sich Berlin und Caracas auf eine "Normalisierung" ihrer Beziehungen verständigt.

Der deutsche Botschafter in Venezuela, Daniel Kriener, hat seinen Dienst in dem südamerikanischen Krisenland wieder aufgenommen. Wie das Auswärtige Amt mitteilte, traf Kriener bereits am Samstag in Caracas ein.

Am 1. Juli hatte der stellvertretende Außenminister Venezuelas Yván Gil dem Auswärtigen Amt eine Note überreicht, mit der die Einstufung Krieners als unerwünschte Person zurückgenommen wurde.

Die Einstufung als "persona non grata" hatte die venezolanische Regierung unter Präsident Nicholas Maduro Anfang März vorgenommen und Kriener deswegen des Landes verwiesen.

Unterstützung für Guaidó

Kriener wurde Parteinahme für die Opposition rund um den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó vorgeworfen. Zusammen mit anderen Diplomaten hatte Kriener Guaidó am Flughafen von Caracas erwartet.

Damit wollten sie verhindern, dass er nach einer Reise durch Südamerika bei seiner Rückkehr festgenommen wird. Guaidó hatte trotz eines laufenden Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre das Land verlassen.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen Maduro und der Opposition. Guaidó wird inzwischen von mehr als 50 Ländern - darunter auch Deutschland und die USA - als Staatschef anerkannt.

Keine Bedingungen für Rückkehr

Für die Rücknahme der Einstufung als unerwünschte Person seien seitens Venezuela keine Bedingungen gestellt worden, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. "Wir freuen uns, dass Botschafter Kriener seine Aufgaben in Venezuela nun wieder vor Ort wahrnehmen kann."

Aus Sicht des Auswärtigen Amts war Kriener für die viereinhalb Monate zu "politischen Konsultationen" nach Berlin zurückbeordert worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2019 um 14:00 Uhr.

Darstellung: