Fahrzeugem die bei denmBombenanschlag in Modadischu zerstört wurden | Bildquelle: dpa

Terror in Somalia Viele Tote bei Anschlag in Mogadischu

Stand: 28.12.2019 17:20 Uhr

Bei einem Anschlag in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind mehr als 70 Menschen getötet und etwa 90 verletzt worden. Ein Lastwagen war vor einem ehemaligen Kontrollpunkt explodiert.

Von Bettina Rühl, ARD-Studio Nairobi

Am Ort der Explosion laufen Passanten zwischen den Fahrzeugwracks herum, suchen nach Verletzten, wollen helfen. In dem Wrack eines weißen Minibusses liegen Bücher und Schulhefte - sie blieben unversehrt, während viele Opfer des Anschlags nach Berichten von Augenzeugen bis zur Unkenntlichkeit verletzt wurden.    

"Eine riesige Explosion war zu hören, als ein Lkw voller Sprengstoff an einem ehemaligen Kontrollpunkt in die Luft geflogen ist. Dadurch wurden sehr viele Menschen getötet. Nach unserem jetzigen Kenntnisstand gab es außerdem 90 Verletzte. Die meisten waren Studenten", sagte der Bürgermeister von Mogadischu, Omar Mohamud, der Nachrichtenagentur Reuters kurz nach dem Anschlag.

Mindestens 78 Tote nach Bombenanschlag in Mogadischu
tagesthemen 23:25 Uhr, 28.12.2019, Caroline Hoffman, ARD Nairobi

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Weitere Opfer befürchtet

Die Zahl der Opfer ist im Laufe des Tages weiter gestiegen, und auch der jetzige Stand von 78 Toten ist angesichts der vielen Schwerverletzten wohl nur vorläufig. Die Studenten waren in Bussen auf dem Weg zur Universität. Unter den Opfern sind nach Angaben der Rettungskräfte auch Kinder, die gerade zur Schule fuhren.

Zerstörungen durch den Bombenanschlag in Modadischu. | Bildquelle: dpa
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Das Ausmaß der Zerstörungen lässt die Wucht der Explosion erahnen.

Der Anschlag wurde während des morgendlichen Berufsverkehrs verübt, der samstags - am Beginn der muslimischen Woche - besonders dicht ist. Womöglich wollten die Attentäter bewusst besonders viele Zivilisten treffen. Sie könnten aber auch ein Gebäude der Steuerbehörde im Blick gehabt haben, das in der Nähe des Kontrollpunktes steht.

Islamisten hinter Anschlag vermutet

Zu der Tat bekannte sich bisher keine Gruppierung. Die islamistische Al-Shabaab-Miliz verübte allerdings in den vergangenen Jahren etliche ähnliche Attentate. Ein Augenzeuge des heutigen Anschlags erinnert sich: "Diese Explosion heute ist ganz ähnlich wie der Anschlag von 2017. Damals stand ich nur ein paar Meter entfernt und wurde von der Wucht der Detonation zu Boden geworfen. Ich habe in meinem Leben noch nie eine vergleichbare Explosion erlebt."

Bei diesem bisher schwersten Anschlag in der Geschichte des Landes war vor gut zwei Jahren ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen auf einer belebten Kreuzung in der Innenstadt von Mogadischu explodiert. Damals wurden fast 600 Menschen getötet.

Die Al-Shabaab-Miliz gehört zum Al-Kaida-Netzwerk und kämpft um die Vorherrschaft in dem ostafrikanischen Land. Im Süden und im Zentrum Somalias kontrolliert sie mehrere Gebiete. Daran hat auch ein mehrjähriger Militäreinsatz der Afrikanischen Union nichts Grundsätzliches geändert. Trotzdem wollen sich die afrikanischen Soldaten in den kommenden Monaten zurückziehen und die Verantwortung für die Sicherheitslage der somalischen Armee übergeben.

Internationale Unterstützung gegen Terror

Der erneute Anschlag schürt die Sorge, dass die somalische Armee der Aufgabe vielleicht nicht gewachsen ist. Dabei wird sie nicht nur von der Afrikanischen Union unterstützt, sondern auch von der US-Armee, die 500 Soldaten in Somalia stationiert hat und regelmäßig Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Mitglieder der Shabaab-Miliz fliegt.

Dabei würden allerdings auch immer wieder Zivilisten getötet, kritisiert Amnesty International. Einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge spielt das den radikalen Islamisten in die Hände: Sie nutzen jede staatliche Ungerechtigkeit als Argument, um weitere Mitglieder zu rekrutieren.

Schwerer Anschlag in Mogadischu
Bettina Rühl, ARD Nairobi
28.12.2019 16:32 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Dezember 2019 um 08:45 Uhr.

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