Polizisten stehen auf einer Straße in New York | Bildquelle: AP

Paketbombenserie in den USA "Angriff auf die Demokratie"

Stand: 25.10.2018 04:56 Uhr

Ein Unbekannter hat mit dem Versand mehrerer mutmaßlicher Rohrbomben mindestens sechs prominente Kritiker von US-Präsident Trump ins Visier genommen. Der findet derweil Schuldige für die Feindseligkeit im Land.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

Wisconsin am Abend, sechs Paketbomben später: Während im ganzen Land Geheimdienste und Antiterroreinheiten nach dem Täter suchen, steht Präsident Trump auf einer Wahlkampfbühne. "Jeder Akt politischer Gewalt ist ein Angriff auf die Demokratie selbst", ruft er.

Am Morgen zuvor war eine Eilmeldung nach der anderen herausgegangen: Paketbomben seien an die Clintons, an Ex-Präsident Barack Obama und an den Fernsehsender CNN geschickt worden. In New York werde das Time Warner Center evakuiert. Experten sprechen von Rohrbomben, die hätten töten können.

Beamte des NYPD laufen uniformiert vor dem Time Warner Center in Manhatten entlang. | Bildquelle: AP
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Sowohl an den Sender CNN sowie an Ex-Präsident Obama und Ex-Außenministerin Clinton wurden mutmaßliche Paketbomben geschickt.

Die Bombe an CNN erwähnt Trump nicht

Präsident Trump erwähnt die Bombendrohungen gegen Politiker - die Paketbombe an CNN hingegen erwähnt er nicht. Im Gegenteil. Um das Land zu befrieden, sagt Trump, hätten die Medien auch eine Verantwortung. "Die müssen einen zivileren Ton anschlagen und endlich mit den negativen Berichten und oft falschen Beschuldigungen aufhören", sagt er.

Die republikanischen Anhänger jubeln. Trump sagt, Politiker sollten aufhören, Gegner mit historischen Verbrechern gleichzusetzen und ihnen die moralische Integrität abzusprechen.

Noch ist völlig unklar, wer hinter den Paketbombensendungen steckt. Alle Bomben wurden entschärft. Experten hoffen, durch die intakten Pakete schnell Spuren und Fingerabdrücke zu erhalten und somit Hinweise auf die Täterschaft.

"Wir sind so hasserfüllt geworden"

Aber in New York, wo drei der sechs Bombenpakete deponiert wurden, rufen Bürgermeister Bill de Blasio und Gouveneur Andrew Cuomo vor allem auch den Präsidenten auf, Hass und Hetze zu beenden. "Wir sind so hasserfüllt geworden, so wütend, dass unsere Politik an dem Punkt ist, wo die Leute sich gegenseitig verletzen wollen", erklärt Cuomo.

Für Cuomo sind die Paketbomben an Obama, die Clintons, den Sender CNN und die demokratische Abgeordnete Maxime Waters - eine ausgesprochene Trump-Kritikerin, die der Präsident zuletzt als eine Frau mit niedrigem IQ verhöhnt hatte - Früchte des Zorns einer bösen Rhethorik. Und die habe Folgen, so der Gouverneur.

Polizisten stehen vor dem Haus der Obamas | Bildquelle: AP
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Auch an das Haus der Obamas wurde ein Paket geschickt.

Terror mit "hausgemachtem, amerikanischem Hintergrund"

Bürgermeister de Blasio spricht von einem Terrorakt. Gouvenor Cuomo sagt, dass es zum ersten Mal Terror sei, der keinen internationalen, sondern einen hausgemachten amerikanischen Hintergrund habe. Politischer Terror - genährt durch Hass auf politische Gegner im eigenen Land. Ein neues, noch beängstigenderes Kapitel sei das, sagt er.

Es gibt weder Bekennerschreiben noch ein wirkliches Motiv. Alle Bomben aber scheinen ähnlicher Bauart, alle Adressaten sind liberale Sender, wie der Trump-kritische Fernsehsender CNN oder demokratische Politiker und Anhänger, wie der Multimilliardär George Soros, der ebenfalls eine Paketbombe erhielt, die von dem Täter offenbar per Hand in den Briefkasten zugestellt worden war.

Trump selbst sprach nicht von einem Terrorakt. Knapp zwei Wochen vor den Kongresswahlen hält Amerika den Atem an. Während Präsident Trump, der zuletzt einen Republikaner öffentlich dafür lobte, einen Journalisten niedergeschlagen zu haben, sagt, man wolle, dass alle Seiten in Frieden und Harmonie zusammenkämen. Das sei möglich, sagt der Präsident.

Verdächtige Päckchen an hochrangige US-Politiker und CNN abgefangen
tagesthemen 22:15 Uhr, 24.10.2018, Christiane Meier, ARD New York

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Paketbombenserie in den USA - Trump spricht von Angriff auf Demokratie
Georg Schwarte, ARD New York
25.10.2018 06:29 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das nachtmagazin am 24. Oktober 2018 um 00:00 Uhr.

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