Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro | Bildquelle: AFP

Streit über Amazonas-Hilfen Bolsonaro will Entschuldigung von Macron

Stand: 27.08.2019 20:37 Uhr

Der französische Präsident Macron müsse seine "Beleidigungen" zurücknehmen, fordert Bolsonaro - nur dann könne es Gespräche über die Amazonas-Hilfen geben. Doch auch im eigenen Land bekommt Brasiliens Staatschef Gegenwind.

Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat Bedingungen für Gespräche über die von den G7-Staaten zugesagten Amazonas-Hilfen gestellt. Demnach erwartet er eine Entschuldigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. "Zunächst sollte Macron die Beleidigungen gegen mich zurücknehmen", sagte Bolsonaro. "Er hat mich einen Lügner genannt. Und dann hat er nach meinen Informationen die Souveränität des Amazonasgebiets in Frage gestellt."

Angesichts der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet hatten die G7-Staaten Brasilien bei ihrem Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) zugesagt. Damit sollten die Löscharbeiten unterstützt werden. Macron bezeichnete die Amazonasregion wegen deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz als "Gemeingut". Außerdem warf er Bolsonaro vor, ihn im Hinblick auf Zusagen zum Umweltschutz angeschwindelt zu haben.

"Um mit Frankreich, das die besten Absichten hat, zu sprechen oder irgendwas anzunehmen, muss er diese Äußerungen zurücknehmen", forderte Bolsonaro nun. Zuvor hatte sein Präsidialamtschef Onyx Lorenzoni nach der Interpretation eines Blogs im Nachrichtenportal "G1" nahegelegt, dass Brasilien die Hilfe nicht annehmen wolle - das Geld sei möglicherweise besser in Europa angelegt. Bolsonaro bestätigte dies zunächst nicht.

Der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles hatte die Hilfszusage der G7 zuvor begrüßt. Er machte allerdings deutlich, dass die Regierung in Brasília selbst über die Verwendung der Mittel entscheiden werde.

Wiederholt Attacken gegen Macron

Macron bedauerte die zögerliche Haltung der Brasilianer. Das Hilfsangebot sei ein Zeichen der Freundschaft, nicht der Aggressivität, sagte er. Zudem solle die Unterstützung nicht nur Brasilien zugute kommen, sondern der gesamten Amazonasregion.

Bolsonaro hatte Macron in den vergangenen Tagen wiederholt scharf angegriffen, weil der französische Präsident die Amazonas-Waldbrände auf die Agenda des G7-Gipfels gesetzt hatte. Der brasilianische Staatschef warf Macron eine "kolonialistische Mentalität", eine "Instrumentalisierung" der Amazonas-Waldbrände sowie einen "sensationsgierigen Ton" vor.

Amazonas-Gouverneure fürchten Sanktionen

Allerdings bekommt der Präsident auch im eigenen Land Kontra. Die Gouverneure des Amazonasgebiets fürchten wegen des Streits über die Waldbrände und das G7-Hilfsangebot internationale Wirtschaftssanktionen und einen schweren Imageschaden. "Wenn sich Brasilien auf internationaler Ebene isoliert, setzt es sich ernsten Handelssanktionen gegen unsere Produzenten aus", sagte der Regierungschef des Bundesstaates Maranhão, Flávio Dino, bei einem Treffen der Gouverneure mit Bolsonaro.

Der Gouverneur von Pará, Hélder Barbalho, mahnte: "Ich denke, jetzt sollten wir uns um unsere Probleme kümmern und der Welt der Umweltdiplomatie ein Zeichen geben, denn sie ist fundamental für die Landwirtschaft. Sonst erleiden wir einen schweren Imageschaden, der bereits jetzt allen Anlass zu Sorge gibt." Wegen Bolsonaros Umweltpolitik treten einige europäische Länder bei der Ratifizierung des Freihandelsabkommens zwischen der EU und dem Mercosur auf die Bremse. Daher sorgen sich mittlerweile auch die brasilianischen Landwirte um ihr Geschäft.

Unterstützung von Trump

Von US-Präsident Donald Trump bekam Bolsonaro unterdessen Unterstützung - und Lob dafür, dass er "sehr hart" daran arbeite, die Brände zu bekämpfen. Bolsonaro leiste "einen großartigen Job für das brasilianische Volk - nicht leicht", schrieb Trump auf Twitter. Er sagte Bolsonaro und Brasilien "die volle und komplette Unterstützung der USA" zu. 

Ende vergangener Woche hatte Bolsonaro den Einsatz von Soldaten zum Kampf gegen die Waldbrände angeordnet - allerdings erst, nachdem er wegen der Feuer unter starken internationalen Druck geraten war.  Zuvor hatte er das Ausmaß der Brände noch zu relativieren versucht.

Waldbrände in der Amazon-Region
tagesthemen 22:15 Uhr, 27.08.2019, Marie-Kristin Boese, SWR

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 27. August 2019 um 19:11 Uhr.

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