Der Schauspieler Leonardo DiCaprio | Bildquelle: AFP

Wegen Waldbränden in Brasilien Bolsonaro attackiert DiCaprio

Stand: 30.11.2019 05:45 Uhr

Brasiliens Präsident Bolsonaro hat den Schauspieler DiCaprio bezichtigt, die Brände im Amazonasgebiet finanziert zu haben. Zuvor hatte er Nichtregierungsorganisationen vorgeworfen, die Brände gelegt zu haben.

Im Streit um die Brände im Amazonasregenwald hat der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro schwere Vorwürfe gegen den US-Schauspieler Leonardo DiCaprio erhoben. "Leonardo DiCaprio ist ein netter Kerl, oder?" sagte Bolsonaro zu Anhängern vor der Präsidentenresidenz: "Geld geben, um den Amazonas in Brand zu stecken."

Bei seinen Anschuldigungen bezog sich Bolsonaro offenbar auf Beiträge in den sozialen Medien. Demnach habe die Umweltschutzorganisation WWF freiwilligen Feuerwehrleuten Geld für dramatische Bilder der Waldbrände bezahlt, um mehr Spendengelder einsammeln zu können - unter anderem von DiCaprio. Beweise dafür präsentierte er nicht.

Im August hatte Bolsonaro bereits Nichtregierungsorganisationen vorgeworfen, für die Brände verantwortlich zu sein - auch damals ohne Beleg.

DiCaprio und WWF dementieren

Der WWF wies die Vorwürfe zurück. Weder habe man für derartige Fotos bezahlt, noch habe man eine Spende von DiCaprio erhalten. "Korruption war und ist die Hauptursache für die Zerstörung des Amazonasgebiets, für Landraub, Gewalt gegen lokale Gemeinschaften und indigene Völker, illegale Aktivitäten und Holzdiebstahl", hieß es in einer Stellungnahme. "Was wir von der Regierung erwarten, ist der Mut, das Problem der Brandstiftung und der Bodenspekulation anzugehen."

DiCaprio teilte mit, dass die Menschen in Brasilien, die dafür arbeiten, ihr natürliches und kulturelles Erbe zu bewahren, Unterstützung verdienen. Der angesprochenen Organisation habe er aber nicht gespendet.

Kritik an Bolsonaros Umweltpolitik

Zuletzt waren in der Region Pará vier freiwillige Feuerwehrleute einer Nichtregierungsorganisation festgenommen worden, weil sie angeblich Brände gelegt haben sollen. Die Staatsanwaltschaft stellte später klar, dass es keinerlei Grundlage für diese Vorwürfe gebe. Die Männer wurden daraufhin wieder auf freien Fuß gesetzt. Kritiker sahen darin eine konzertierte Aktion des Präsidenten.

Bolsonaros Regierung war wegen ihrer Umweltpolitik zuletzt international in die Kritik geraten. Die heftigen Waldbrände in der Trockenzeit hatten auf der ganzen Welt für Bestürzung besorgt. Bolsonaro sieht den Regenwald vor allem als wirtschaftliches Potenzial und will mehr Flächen für Landwirtschaft, Bergbau und Energiegewinnung erschließen. Ihm wird vorgeworfen, Holzfäller und Farmer zur Abholzung und Brandrodung zu ermutigen.

Über dieses Thema berichtete SWR 3 am 30. November 2019 um 13:00 Uhr.

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