Bolsonaro auf einer Bühne | Bildquelle: dpa

Brasiliens Präsident Bolsonaro Medienschelte und eine Drohung

Stand: 05.11.2018 08:50 Uhr

Der neue brasilianische Präsident Jair Bolsonaro wird von vielen heimischen Medien kritisch begleitet. Bereits im Wahlkampf hatte er sich darüber beschwert. Nun will er der Presse ans Geld - besonders einer Zeitung.

Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro hat eine harte Linie gegen kritische Medien angekündigt. Auf die Frage eines Reporters, wie er mit der ihn kritisch begleitenden Zeitung "Folha de S.Paulo" umgehen wolle, antworte der rechtsextreme Politiker: "Diese Zeitung ist erledigt."

Zeitungen, die so handelten und so schamlos lögen, könnten keine Unterstützung der Regierung erwarten, sagte Bolsonaro. Die Zeitung "Folha de S.Paulo" hatte während des Wahlkampfs mehrfach kritisch über ihn berichtet.

Das Budget für staatliche Werbung in den Medien, das künftig von Bolsonaro kontrolliert wird, liegt bei etwa einer halben Milliarde Dollar. Für viele brasilianische Medien könnte es daher in den nächsten Jahren finanziell eng werden.

Bolsonaro macht es wie Trump

Bolsonaro hatte bereits im Wahlkampf gegen die Presse ausgeteilt. Investigative Berichte bezeichnete er als Falschmeldungen eines korrupten Establishments. Wie US-Präsident Donald Trump wetterte er gegen "Fake News".

Wie auch Trump nutzte Bolsonaro Twitter, um sich direkt an seine Wähler zu wenden. Die Debatte der Präsidentschaftskandidaten auf dem Sender Globo ließ er danach aus, mit Verweis auf seine angeschlagene Gesundheit. Stattdessen kommunizierte er über nächtliche Facebook-Live-Gespräche mit Verbündeten und Anhängern und sprach mit Medien, die ihm wohlgesonnen waren.

Nach Darstellung des Bolsonaro-Lagers wollen die Medien in Brasilien nur die traditionelle Elite stützen und ihre Pfründe sichern und sehen sich vom gewählten Präsidenten bedroht.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. November 2018 um 10:00 Uhr.

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