Evo Morales | Bildquelle: AFP

Boliviens Ex-Präsident Haftbefehl gegen Morales erlassen

Stand: 18.12.2019 21:13 Uhr

Die Staatsanwaltschaft in Bolivien wirft Ex-Präsident Morales Rebellion und Terrorismus vor - nun hat sie einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Derzeit lebt der frühere Staatschef im Exil.

Die bolivianische Staatsanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Präsidenten Evo Morales erlassen. Dem früheren Staatschef werde Rebellion, Terrorismus und Finanzierung von Terrorismus vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Innenminister Arturo Murillo hatte unlängst ein Verfahren gegen Morales angestrengt. Er beschuldigt ihn, gewalttätige Zusammenstöße unterstützt zu haben, bei denen 35 Menschen ums Leben kamen. Morales wird auch vorgeworfen, Unterstützer angewiesen zu haben, Städte zu blockieren, um die Absetzung der auf ihn gefolgten Interimspräsidentin Jeanine Áñez zu erzwingen.

Der erste indigene Staatschef des südamerikanischen Landes war im November unter dem Druck des Militärs zurückgetreten. Zuvor hatten ihm Opposition und internationale Wahlbeobachter Betrug bei der Präsidentenwahl vom 20. Oktober vorgeworfen. Morales setzte sich zunächst ins Exil nach Mexiko ab, flog dann für einen Gesundheitscheck nach Kuba und ließ sich zuletzt in Argentinien nieder.

"Keine Angst vor einer Festnahme"

In Bolivien übernahm daraufhin die Interimsregierung die Amtsgeschäfte. Im kommenden Jahr sollen Neuwahlen stattfinden. Morales' Anhänger sowie seine Verbündeten in der Region sprechen von einem Putsch. Der Ex-Präsident will bei der Wahl zwar nicht selbst als Kandidat antreten, wurde aber bereits zum Leiter der Wahlkampf-Kampagne seiner MAS-Partei ernannt.

Er kündigte bereits an, im Wahlkampf in seine Heimat zurückzukehren. "Ich habe keine Angst vor einer Festnahme", hatte er noch am Dienstag in Buenos Aires gesagt. "Ich habe das Recht, in Bolivien Politik zu machen."

Haftbefehl gegen Ex-Präsident von Bolivien Evo Morales
Stephan Lina, DLF
19.12.2019 09:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Dezember 2019 um 23:00 Uhr.

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