Bolivianer vor brennenden Barrikaden | Bildquelle: AFP

Blockaden aus Protest Bolivien ersucht internationale Hilfe

Stand: 11.08.2020 09:44 Uhr

In Bolivien haben Demonstranten dutzende Straßenblockaden errichtet. Sie protestieren gegen eine weitere Verschiebung des Wahltermins. Die Regierung bat nun um internationale Hilfe - die Situation habe sich "drastisch verschlechtert".

Bolivien hat um internationale Unterstützung bei der Aufhebung der Straßenblockaden von Regierungsgegnern gebeten. Die Situation habe sich "drastisch verschlechtert" und ein "unhaltbares Niveau" erreicht, schrieb Außenministerin Karen Longaric in einem Brief, aus dem die bolivianische Nachrichtenagentur ABI zitierte.

Der Brief richtete sich unter anderem an die Vereinten Nationen und die Europäische Union. Laut Medienberichten werden durch die Blockaden Städte von der Lebensmittelversorgung und Corona-Patienten von der Sauerstoff-Versorgung abgeschnitten.

Unterstützer von Ex-Präsident Morales

Demonstranten, die der linken MAS-Partei des ehemaligen Präsidenten Evo Morales nahe stehen, errichteten Dutzende Straßenblockaden in verschiedenen Departments, um für die Einhaltung des Wahltermins am 6. September zu demonstrieren. Das Oberste Wahlgericht des Andenstaats hatte die Wahlen eines neuen Präsidenten und eines neuen Parlaments zuletzt ein weiteres Mal auf den 18. Oktober verschoben.

Zuvor waren die für den 3. Mai vorgesehenen Wahlen wegen der Corona-Pandemie auf den 6. September gelegt worden. Die Opposition wirft der Regierung vor, die Pandemie als Begründung zu nutzen, um die Wahlen auf unbestimmte Zeit hinauszuzögern.

In Bolivien ist eine Übergangsregierung im Amt. Nach der Präsidentschaftswahl vom 20. Oktober 2019 war der damalige Präsident Morales auf Druck des Militärs zurückgetreten. Ihm wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Der Ex-Präsident lebt derzeit im Exil in Argentinien. Weil er keinen ständigen Wohnsitz in Bolivien hat, untersagte ihm die bolivianische Wahlbehörde die Kandidatur für einen Sitz im Senat.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Mittagsmagazin am 11. August 2020 um 13:00 Uhr.

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