Anschlag auf Polizeischule in Bogota (Archivbild) | Bildquelle: AFP

Kolumbien ELN bekennt sich zu Anschlag

Stand: 21.01.2019 10:24 Uhr

Bei dem Anschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá waren 21 Menschen getötet worden. Nun hat sich die Guerillagruppe ELN dazu bekannt.

Die linksextreme ELN-Guerilla hat sich zu dem Bombenanschlag auf eine Polizeischule in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá bekannt. In einer im Internet veröffentlichten Erklärung, aus der kolumbianische Medien zitierten, hieß es, der Anschlag sei eine Reaktion auf ein repressives Vorgehen der Armee. Bei dem Angriff waren 21 Menschen getötet worden, rund 70 wurden verletzt. Die Ermittler identifizierten ein langjähriges ELN-Mitglied als Attentäter. Er wurde bei dem Anschlag ebenfalls getötet.

Kolumbiens Präsident Ivan Duque sei nicht auf eine "Geste des Friedens" eingegangen und habe während des einseitig von der ELN verkündeten Waffenstillstands an Weihnachten Militäraktionen durchgeführt, erklärten die Rebellen. Zugleich signalisierten sie weiterhin Verhandlungsbereitschaft. Die ELN forderte eine Waffenruhe, um mit der Regierung zu sprechen. Präsident Duque hatte nach dem Anschlag die Friedensverhandlungen mit den Rebellen offiziell für beendet erklärt.

"Niemals von Kriminellen einschüchtern lassen"

Am Sonntag hatten sich in Bogotá und anderen Großstädten Tausende Menschen zu einem Friedensmarsch versammelt. Auch Duque sowie und Vorgänger, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, nahmen an dem Marsch teil. "Kolumbien ist stark genug und wird sich niemals von Kriminellen einschüchtern lassen", sagte Duque auf der Veranstaltung.

Tausende von Menschen demonstrieren gegen Terrorismus und Gewalt. Tausende Kolumbianer haben nach dem schweren Autobombenanschlag auf eine Polizei-Akademie den Toten gedacht und gegen Terrorismus und Gewalt demonstriert. | Bildquelle: dpa
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Tausende Menschen demonstrierten in Bogota gegen Terrorismus und Gewalt.

Anfang 2017 hatten Regierung und ELN Verhandlungen über ein Ende der Gewalt aufgenommen. Die Gespräche wurden mehrfach unterbrochen. Seit Ende des Jahres soll sich eine Delegation von Rebellen in Havanna zu einem erneuten Versuch von Friedensgesprächen aufhalten. Duque forderte Kubas Regierung auf, Haftbefehle gegen ELN-Unterhändler umzusetzen, die er nach dem Anschlag wieder in Kraft gesetzt hatte.

ELN letzte aktive Guerilla

Die 1964 gegründete ELN (Ejército de Liberación Nacional - Nationale Befreiungsarmee) gilt als die letzte aktive Guerilla in Lateinamerika. Insgesamt soll sie mindestens 1500 Kämpfer haben. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7000 Morde, ebenso viele Entführungen, Tausende Fälle von Landvertreibung und Zwangsrekrutierungen auf das Konto der Gruppe. Sie wird zudem für schwere Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Ölpipelines verantwortlich gemacht.

Im November 2016 hatte der damalige Präsident Santos den jahrzehntelangen Guerilla-Krieg mit den Rebellen der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) mit einem Friedensabkommen beendet. Die FARC-Kämpfer gaben daraufhin ihre Waffen ab und wandelten sich in eine politische Partei um.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. Januar 2019 um 10:00 Uhr.

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