Maschinen des Typs Boeing 737 Max stehen auf einem Rollfeld. | Bildquelle: AFP

Nach zwei Abstürzen Boeing 737 MAX darf testweise fliegen

Stand: 28.06.2020 22:28 Uhr

Die Boeing 737 MAX darf wieder abheben - aber nur zu Testzwecken. Nach zwei Abstürzen mit Hunderten Toten hat die US-Luftfahrtbehörde erstmals wieder Starts des Jets genehmigt.

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing kann nach einem mehr als einjährigen Startverbot für den Mittelstreckenjet Boeing 737 Max wieder Testflüge starten. Die US-Luftfahrtbehörde FAA genehmigte den Start entsprechender Flüge mit Testpiloten.

Bis zu einer Wiederzulassung des Modells für den Flugverkehr wären aber auch dann noch mehrere Hürden zu nehmen. Boeing-Kunden wurde laut der Nachrichtenagentur Bloomberg der September als frühester Zeitpunkt für die Wiederaufnahme des regulären Flugbetriebes genannt.

346 Todesopfer bei zwei Abstürzen

Die Boeing 737 Max ist die auf weniger Spritverbrauch getrimmte Neuauflage des seit den 1960er-Jahren gebauten Mittelstreckenjets 737. Nach zwei Abstürzen mit insgesamt 346 Toten hatten Aufsichtsbehörden in aller Welt im März 2019 ein Startverbot für die 737 Max verhängt.

Zudem darf Boeing neue Maschinen der Reihe seitdem nicht ausliefern. Im Zentrum der Krise steht das für die 737 Max entwickelte Steuerungsprogramm MCAS, das laut Untersuchungsberichten eine entscheidende Rolle bei den Abstürzen gespielt hat. Geforderte Verbesserungen am Steuerungssystem zogen sich hin.

Boeing wird verdächtigt, den Jet überstürzt auf den Markt gebracht und dabei die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Der Konzern weist dies zwar zurück, hat aber Fehler und Pannen eingeräumt. Der Schaden für Boeing summiert sich bereits auf einen zweistelligen Milliardenbetrag und brachte den Hersteller in eine bis dahin ungekannte Krise.

Die Dokumentation "Boeing - das tödliche System" zeigt das Erste am Montag um 21.45 Uhr in "Exclusiv im Ersten".

Boeing kann mit Testflügen der 737 Max beginnen
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
29.06.2020 06:35 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juni 2020 um 22:00 Uhr.

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