Rettungskräfte an der Absturzstelle der Boeing 737 Max 8 in Äthiopien. | Bildquelle: AP

Abstürze 737 Max Boeing stellt 100 Millionen Dollar bereit

Stand: 03.07.2019 20:49 Uhr

Nach den Abstürzen zweier Boeing 737 Max hat der US-Flugzeugbauer angekündigt, einen Fonds mit 100 Millionen Dollar bereit zu stellen. Das Geld soll unter anderem an die Hinterbliebenen der Opfer gehen.

Der US-Flugzeugbauer Boeing hat den Hinterbliebenen der Opfer zweier Abstürze seines Modells 737 Max Finanzhilfen zugesagt. Insgesamt stellt der Konzern 100 Millionen Dollar - umgerechnet rund 89 Millionen Euro - bereit. Damit sollten Härten abgemildert und auch ein Teil der Lebenshaltungskosten der Opferfamilien finanziert werden, teilte das Unternehmen mit.

Bei den Abstürzen in Indonesien und Äthiopien waren im Oktober und März insgesamt 346 Menschen getötet worden.

Absturzregionen sollen auch profitieren

Das nun von Boeing bereit gestellte Geld soll dem Unternehmen nach über mehrere Jahre ausgezahlt werden und auch die wirtschaftliche Entwicklung in den betroffenen Gebieten ankurbeln. Der Flugzeugbauer kündigte an, dabei mit örtlichen Regierungen und Hilfsorganisationen zusammenzuarbeiten. 

Das Geld soll unabhängig von mehreren Klagen fließen, die Hinterbliebene gegen Boeing eingereicht haben. Mit 100 Millionen Dollar umfasst der Fonds weniger Geld, als die teuersten 737-Max-Modelle laut Listenpreis kosten. 

Boeing überarbeitet Software

"Wir bei Boeing bedauern den tragischen Verlust von Menschenleben bei diesen beiden Unfällen. Die Verluste werden auch in den kommenden Jahren in unseren Herzen und Köpfen präsent sein", sagte der Vorstandsvorsitzende Dennis Muilenburg. Die Familien und Freunde der Opfer "haben unser tiefstes Mitgefühl, und wir hoffen, dass diese erste Geste dazu beitragen kann, sie zu trösten".

Nach den Abstürzen steht der Verdacht im Raum, dass der Flugzeugbauer die Sicherheit der 737 Max vernachlässigt hat. Vorläufige Ergebnisse weisen darauf hin, dass eine von Boeing entwickelte Software für die Steuerung eine Rolle bei den Unglücken gespielt haben könnte. Boeing überarbeitet derzeit die Software. Maschinen des Typs 737 Max haben seit März weltweit Startverbot.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 03. Juli 2019 um 20:00 Uhr.

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