Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat | Bildquelle: AFP

Medienbericht BND beteiligt sich an US-Geheimaktion

Stand: 03.02.2018 13:25 Uhr

Der BND soll an der US-Geheimoperation "Gallant Phoenix" beteiligt sein, die Informationen über IS-Kämpfer sammelt. Das berichtet der "Spiegel". So soll der Gefahr durch IS-Rückkehrer begegnet werden.

Die Operation "Gallant Phoenix" ist ein Aufklärungsprojekt des US-Militärs mit Sitz in Jordanien. Ziel ist es, Informationen über IS-Kämpfer in Syrien und dem Irak zu sammeln und auszuwerten. Laut einem "Spiegel"-Bericht beteiligt sich auch der Bundesnachrichtendienst - gemeinsam mit 21 weiteren Nationen - an dem Projekt.

Anfrage der Linkspartei

Seit Oktober gehöre der deutsche Auslandsgeheimdienst der Operation "Gallant Phoenix" an, berichtet das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf eine vertrauliche Antwort der Regierung an die Bundestagsfraktion der Linkspartei.

Demnach unterstützt der BND das Projekt dabei, Dokumente, Datenträger, DNA-Spuren und Fingerabdrücke auszuwerten, die Spezialkräfte in ehemaligen IS-Hochburgen sichergestellt haben. Der BND und die Bundeswehr seien der Auffassung, diese Zusammenarbeit sei notwendig, um der Terrorgefahr durch IS-Rückkehrer zu begegnen, berichtet der "Spiegel". Weder die Bundesregierung noch der BND wollten sich nach Angaben des Magazins zu der Operation äußern.

Regierung änderte offenbar ihre Meinung

Die Bundesrepublik hatte laut einem "Spiegel"-Bericht vom Mai 2016 zunächst eine Beteiligung an "Gallant Phoenix" abgelehnt. Demnach bestand die Sorge, dass die USA die gewonnenen Informationen für Militäraktionen gegen deutsche Dschihadisten verwenden könnten.

Rund 950 Islamisten aus Deutschland sind über die Jahre Richtung Syrien und Irak ausgereist, um sich dort dem IS anzuschließen. Inzwischen sind mindestens 145 von ihnen tot - sie starben etwa bei Kämpfen oder sprengten sich bei Attentaten in die Luft. Im Inland beobachten die Ermittler derzeit 705 Gefährder, mehr als fünfmal so viele wie 2013. Das sind Menschen, denen die Sicherheitsbehörden jederzeit einen Terroranschlag zutrauen.

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