Der US-Medienunternehmer Michael Bloomberg (Archivbild) | Bildquelle: dpa

US-Wahl 2020 Bloomberg bereitet Bewerbung vor

Stand: 09.11.2019 13:21 Uhr

Die Pläne des New Yorker Ex-Bürgermeisters Bloomberg werden konkreter: Er will offenbar Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden. Jetzt hat er sich für Vorwahlen in Alabama registrieren lassen.

Seit Monaten machen die demokratischen Präsidentschaftsbewerber schon Wahlkampf. Nun heißt es, der schwerreiche frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg wolle in das Rennen einsteigen. Offiziell hat er sich noch nicht erklärt. Doch hinter den Kulissen laufen anscheinend die Vorbereitungen.

Bloomberg ließ im US-Bundesstaat Alabama die nötigen Unterlagen für eine mögliche Teilnahme an den Vorwahlen einreichen, die dort am 3. März 2020 stattfindet. Das geht aus einer Liste hervor, die die Demokratische Partei in Alabama am Freitag auf ihrer Homepage veröffentlichte. Die Frist für diesen formalen Schritt lief in Alabama gestern aus.

"Der kleine Michael wird scheitern"

Sein Berater Howard Wolfson betonte, damit sei noch nicht endgültig entschieden, ob Bloomberg tatsächlich ins Rennen um die Präsidentschaftskandidatur einsteigt. Es sei allenfalls eine Option, sich als Kandidat zu bewerben. Er verwies darauf, dass es bereits zu spät sei, um an frühen Vorwahlen in Staaten wie Iowa und New Hampshire teilzunehmen.

Sollte Bloomberg sich um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten bewerben, würde er sich zunächst auf die Staaten konzentrieren, in denen wie in Alabama am sogenannten Superdienstag Vorwahlen stattfinden. Bloombergs Team bereitete dem Vernehmen nach vor, ihn auch in Arkansas zu registrieren, wo ebenfalls am 3. März eine Vorwahl stattfindet.

US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: AP
galerie

US-Präsident Donald Trump hält einen möglichen Einstieg des New Yorker Ex-Bürgermeisters Michael Bloomberg in das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten für ein aussichtsloses Unterfangen.

Bloomberg hat sich selbst noch nicht öffentlich zu seinen Plänen erklärt und noch keine Kandidatur angekündigt. Doch seit Donnerstag sickern aus seinem Umfeld Äußerungen an die Presse durch, die die Spekulationen um seinen möglichen Antritt anheizten. US-Präsident Donald Trump reagierte mit Spott auf diese Berichte. Der "kleine Michael" werde scheitern, nachdem er "eine Menge Geld" ausgegeben habe, sagte Trump. "Bloomberg hat nicht die Magie, um gut abzuschneiden", urteilte Trump. Es gebe niemanden, gegen den er lieber anträte. Bloombergs Kandidatur werde nur seinem demokratischen Rivalen Joe Biden schaden.

Trump spottet über Demokraten

Es ist nicht das erste Mal, dass US-Präsident Trump mit süffisanten Bemerkungen über mögliche Präsidentschaftskandidaten der Demokraten auf sich aufmerksam macht. Den früheren Vizepräsidenten Biden verspottet er regelmäßig als "Sleepy Joe" - als schläfrigen alten Mann. Den linken Senator Bernie Sanders nennt er "Crazy Bernie" (verrückter Bernie).

Und die ebenfalls dem linken Parteispektrum zugehörige Elizabeth Warren verhöhnt Trump regelmäßig als "Pocahontas". Sie hatte sich auf indigene Wurzeln berufen, ohne das Familienerbe in Dokumenten offiziell nachweisen zu können.

Favorit Biden verliert an Boden

Der frühere Vizepräsident Biden gilt bislang als der führende Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten. Zuletzt gewannen jedoch Rivalen des moderaten Politikers zunehmend an Boden, darunter Warren.

Die "New York Times" hatte berichtet, dass der Milliardär Bloomberg sich aktiv auf eine Kandidatur vorbereite. Seinem Berater zufolge treibt ihn die Sorge um, dass das aktuelle Bewerberfeld der Partei es nicht mit Trump aufnehmen könne. Dieser stelle eine "noch nie da gewesene Bedrohung" für die USA dar.

Milliardär und Klimaschützer

Bloomberg hatte bereits im Präsidentschaftswahlkampf 2016 eine Bewerbung als unabhängiger Kandidat in Erwägung gezogen. Damals sah er jedoch davon ab, um die demokratischen Wähler nicht zu spalten.

Mit einem geschätzten Vermögen von 55,5 Milliarden Dollar (knapp 50 Milliarden Euro) ist Bloomberg laut "Forbes" der neuntreichste Mann der Welt. Er war sowohl Mitglied der Republikaner als auch der Demokratischen Partei und als Bürgermeister von New York parteilos. Er setzt sich unter anderem für den Kampf gegen den Klimawandel und für gesundheitspolitische Belange ein.

New Yorker Ex-Bürgermeister Bloomberg for President?
Peter Mücke, ARd New York
09.11.2019 08:46 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 08. November 2019 um 19:12 Uhr.

Darstellung: