Michael Bloomberg spricht während einer Konferenz des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank | Bildquelle: AFP

Bloomberg-Bewerbung Der Streit um den "kleinen Michael"

Stand: 25.11.2019 08:21 Uhr

Wer tritt für die Demokraten gegen Trump an? Mit der Kandidatur von Michael Bloomberg ist das Rennen noch spannender geworden. Seine Gegner sehen im Reichtum des Milliardärs eine Chance.

Von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington

Michael Bloomberg wollte offenbar keine Zeit mehr verlieren: Kaum hatte er seinen offiziellen Einstieg ins Präsidentschaftsrennen verkündet, da lief schon ein Fernsehspot auf allen Kanälen. Der Multi-Milliardär und Ex-Bürgermeister von New York sei ein Schaffer von Arbeitsplätzen, eine Führungspersönlichkeit und ein Problemlöser, wird darin behauptet.

Zu sehen ist der Bloomberg-Spot in allen wahlentscheidenden Bundesstaaten: 37 Millionen Dollar hat sich der finanziell unabhängige Späteinsteiger allein diesen Kampagnen-Auftakt kosten lassen.

Reichtum als Nachteil?

Was ihm einerseits einen enormen Wahlkampfvorteil verschafft, gereicht ihm in demokratischen Kreisen jedoch auch zum Nachteil. Wer vermögend ist, ist immer suspekt, predigt Konkurrent Bernie Sanders seinen Anhängern schon immer: "Meines Wissens hat Mr. Bloomberg wenig Graswurzel-Verankerung in der demokratischen Partei", meint Sanders. Sanders spielt darauf an, dass der Medienmogul als Republikaner ins politische Geschäft eingestiegen war und später als Unabhängiger für die Präsidentschaft kandidieren wollte.

Elizabeth Warren, wie Sanders eine Parteilinke, stört sich auch an Bloombergs Vermögen: "Ich verstehe ja, dass reiche Leute mehr Schuhe haben als unsereins", ätzt Warren, "mehr Autos und mehr Häuser. Aber ihnen steht kein größerer Anteil an Demokratie zu."

 

Bloombergs Kandidatur
Morgenmagazin, 25.11.2019, Verena Bünten, ARD Washington

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"Der kleine Michael wird scheitern"

Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt steht Bloomberg auf Platz elf. Sein Privatvermögen wird auf mehr als 50 Milliarden US-Dollar geschätzt. Dass er sich nun die Kandidatur kaufen will, unterstellt ihm auch Amy Klobuchar, Senatorin aus Minnesota und wie Warren und Sanders Präsidentschaftskandidatin.

Mit US-Präsident Donald Trump verbindet Bloomberg eine lange Rivalität. Trump nimmt ihn nur allzu gerne aufs Korn: "Der kleine Michael wird scheitern", prognostiziert Trump. Unter anderem spielt er auf Bloombergs mangelnden Rückhalt bei Afro-Amerikanern und Latinos an, die ihm bis heute seine "Stop and frisk"-Politik übel nehmen - das willkürliche Durchsuchen von Menschen auf New Yorks Straßen, das Bloomberg einst als Bürgermeister propagiert hatte. Kürzlich erst hatte er sich öffentlich für diese umstrittene Maßnahme entschuldigt. "Das war falsch und das tut mir leid", bekannte der 77-Jährige.

Bloomberg ist ein Moderater

Als Präsidentschaftskandidat versteht er sich wie der etwa gleichaltrige Joe Biden als Gegengewicht zu den Parteilinken Warren und Sanders. Ex-Präsident Barack Obama hatte seine Parteifreunde erst kürzlich davor gewarnt, Trump von allzu weit links anzugreifen. Bloomberg ist ein Moderater, auch wenn seine drei Prioritäten bisher Klimaschutz, schärfere Waffengesetze und Steuererleichterungen für den Mittelstand lauten.

Welche Chancen hat Bloomberg im Rennen um die Präsidentschafts-Kandidatur?
Sebastian Hesse, ARD Washington
25.11.2019 07:55 Uhr

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Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 25. November 2019 um 05:38 Uhr.

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