Antony Blinken und Sergej Lawrow | dpa

Treffen von Blinken und Lawrow "Konstruktive" Gespräche - trotz Spannungen

Stand: 20.05.2021 08:49 Uhr

Der neue US-Außenminister Blinken hat erstmals seinen russischen Amtskollegen Lawrow getroffen. Beide Seiten sprachen danach von einem "konstruktiven" Austausch. Doch auch die zahlreichen Differenzen wurden deutlich.

US-Außenminister Antony Blinken und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow haben sich bei einem Treffen in Reykjavik um eine Annäherung ihrer Staaten bemüht. Lawrow nannte das Treffen danach "konstruktiv". Zwischen beiden Seiten herrsche "Einvernehmen über die Notwendigkeit, die ungesunde Situation" im bilateralen Verhältnis zu überwinden. Allerdings gebe es in den Beziehungen noch "viele Blockaden".

Auch von der US-Seite hieß es, das fast zweistündige Gespräch sei "konstruktiv" und "produktiv" verlaufen. Blinken sagte, die USA wünschten eine "berechenbare" und "stabile" Beziehung zu Moskau. Er warnte aber auch, sollte sich Russland "aggressiv" gegen die USA und ihre Verbündeten verhalten, "dann werden wir antworten".

Besorgnis über russische Truppen an ukrainischer Grenze

Blinken brachte die "tiefe Sorge" der USA über die Konzentration russischer Truppen an der ukrainischen Grenze zum Ausdruck, wie ein Sprecher des US-Außenministeriums sagte. Der Minister habe sich zudem besorgt über den Gesundheitszustand des in einem Straflager inhaftierten russischen Regierungskritikers Alexej Nawalny sowie über die gegen oppositionelle Organisationen in Russland ausgeübte "Repression" gezeigt.

Nach Angaben des US-Ministeriums besprachen die beiden Minister auch über die Lage in Afghanistan, im Iran und in Nordkorea - "Bereiche, in denen unsere beiden Völker von einer anhaltenden und verstärkten Zusammenarbeit profitieren könnten."

Die Beratungen fanden am Rande eines Außenministertreffens des Arktischen Rates in Reykjavik statt. Es war das bislang höchstrangige direkte Zusammentreffen beider Regierungen seit dem Amtsantritt von US-Präsident Joe Biden im Januar.

Treffen zwischen Biden und Putin möglich

Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist so angespannt wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr. Die Verschlechterung der Beziehungen hatte bereits zur Amtszeit des früheren US-Präsidenten Donald Trump eingesetzt, obwohl diesem von vielen Kritikern zu viel Nachsicht gegenüber dem russischen Staatschef Wladimir Putin vorgeworfen worden war. Seit dem Amtsantritt Bidens verschärften sich die Spannungen weiter. Dennoch fassen beide Seiten ein Gipfeltreffen zwischen Biden und Putin ins Auge, das im Juni in einem europäischen Land stattfinden könnte.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. Mai 2021 um 08:00 Uhr.