Produktionsstätte von BioNTech in Marburg | AP

Herstellerangaben BioNTech-Impfstoff zu 91 Prozent wirksam

Stand: 01.04.2021 17:21 Uhr

Neue Daten bestätigen nach Herstellerangaben die gute Wirkung des Impfstoffs von BioNTech und Pfizer - auch gegen ansteckendere Varianten. Im BioNTech-Werk in Marburg sollen zudem in wenigen Tagen erste Impfdosen ausgeliefert werden.

Der Impfstoff von BioNTech und Pfizer bietet auch neuen Daten zufolge einen hohen Schutz gegen Covid-19. Demnach liegt die Wirksamkeit im Untersuchungszeitraum von sieben Tagen bis sechs Monaten nach der zweiten Impfdosis bei 91,3 Prozent. Dabei geht es um das Verhindern von Corona-Erkrankungen. Die Daten stammen von mehr als 12.000 geimpften Probanden, die ihre zweite Impfung bereits vor mehr als einem halben Jahr erhalten haben, wie die Unternehmen mitteilten.

Dabei seien "keine bemerkenswerten Unterschiede in der Wirksamkeit in Bezug auf Alter, Geschlecht, ethnische Hintergründe oder bei Teilnehmern mit bestehenden Vorerkrankungen" aufgetreten. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

Die nun in der Untersuchung angegebene Wirksamkeit ist etwas niedriger als die 95 Prozent, die BioNTech und Pfizer im November aus der Studie mit 44.000 Teilnehmern gemeldet hatten. Seitdem haben sich aber weltweit eine Reihe von Corona-Varianten ausgebreitet. Doch auch gegen einige dieser Varianten soll das Vakzin von BioNTech/Pfizer wirksam sein.

100 Prozent Wirksamkeit gegen Variante B.1.351

So zeigte die weitere Auswertung der Daten laut BioNTech und Pfizer, dass in Südafrika, wo B.1.351 die vorherrschende Virusvariante ist, eine Wirksamkeit von 100 Prozent erreicht wurde. An den Tests der sogenannten klinischen Phase 3 in Südafrika nahmen den Angaben zufolge 800 Menschen teil. Dabei seien neun Fälle von Covid-19 aufgetreten, alle in der Placebo-Gruppe - also in der Gruppe, die keinen Impfstoff erhielt. 

In Deutschland ist B.1.351 mit einem Anteil von 0,8 Prozent allerdings kaum verbreitet. "Die Ergebnisse, die die guten Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten erneut bestätigen, sind ein wichtiger Schritt, besonders mit Blick auf die Dauer der Impfwirkung", sagte BioNTech-Vorstandschef und Mitbegründer Ugur Sahin.

Marburger Werk soll bald erste Impfdosen ausliefern

Ein weiterer wichtiger Schritt soll in Deutschland bald auch bei der Herstellung des Vakzins erreicht sein. Demnach sollen aus der neuen Produktionsstätte von BioNTech in Marburg in Kürze die ersten Impfdosen ausgeliefert werden. Das teilte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier nach einer Schaltkonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Vertretern des Unternehmens mit. Nachdem am vergangenen Freitag auch die europäische Arzneimittelbehörde EMA dem mittelhessischen Werk die offizielle Zulassung erteilt habe, könnten "in diesen Tagen die ersten Impfstoffe das Werk verlassen", erklärte die Wiesbadener Staatskanzlei.

Die Produktion in Marburg läuft schon seit etwa zwei Monaten. Bouffier sprach von einem guten Signal, das große Hoffnung mache. 250 Millionen Impfdosen sollten noch in diesem Halbjahr hergestellt werden. Bei vollständigem Betrieb könnten es dann bis zu einer Milliarde Dosen im Jahr sein. Das Werk in Mittelhessen werde damit eine der größten Produktionsstätten von mRNA-Impfstoffen weltweit sein. Auch Spahn sprach von einem "wichtigen Meilenstein auf dem schweren Weg durch diese Pandemie". Allein Deutschland erwarte in diesem Jahr rund 90 Millionen Impfdosen von BioNTech. mRNA-Impfstoffe seien schneller zu produzieren und einfacher an Mutationen eines Virus anzupassen.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 01. April 2021 um 16:04 Uhr.