Fläschchen mit dem Impfstoff von BioNTech und Pfizer | dpa

BioNTech/Pfizer EU verdoppelt Impfstoff-Bestellung

Stand: 08.01.2021 13:27 Uhr

Die EU hat bei BioNTech/Pfizer 300 Millionen weitere Impfstoffdosen bestellt - 80 Prozent der EU-Bürger sollen geimpft werden können. Die EMA erlaubt zusätzlich die Entnahme von sechs statt fünf Dosen aus einer Ampulle.

Die EU-Kommission hat sich 300 Millionen zusätzliche Dosen des Corona-Impfstoffs von BioNTech und Pfizer gesichert. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, damit verdoppele sich die Anzahl der von der EU bestellten Dosen.

Lieferung ab zweitem Quartal

Die Kommission ging später ins Detail und teilte mit, sie habe den Mitgliedsstaaten vorgeschlagen, 200 Millionen zusätzliche Dosen des Mittels zu kaufen mit einer Option auf 100 Millionen weitere Dosen. Die Lieferung der zusätzlich bestellten Dosen werde im zweiten Quartal beginnen.

Von der Leyen sagte, die Europäische Union könne nun 380 Millionen Menschen impfen, mehr als 80 Prozent ihrer Bevölkerung. Die EU hat auch den Impfstoff des Herstellers Moderna bestellt.

Vorwürfe, die Kommission habe zu zögerlich Impfstoff bestellt und auf ein Angebot von BioNTech/Pfizer verzichtet, weitere 200 Millionen Dosen zu ordern, wies von der Leyen zurück. Die Hersteller müssten auch zügig liefern können, sagte sie.

Die neuerliche Bestellung sei möglich geworden, weil bei dem Hersteller auch ausreichend Produktionskapazitäten für eine Lieferung ab dem zweiten Quartal zur Verfügung stünden.

90 Millionen Dosen für Deutschland

Für Deutschland erwartet die Bundesregierung in diesem Jahr mindestens 90 Millionen Impfdosen des Herstellers BioNTech. Er rechne damit, dass die bisher vereinbarten 60 Millionen Impfdosen aus dem deutschen Anteil an EU-Verträgen sowie 30 Millionen aus einer bilateralen Zusatzvereinbarung noch in diesem Jahr ausgeliefert würden, sagt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte im Dezember mitgeteilt, dass Berlin neben den Bestellungen über die EU national nochmals 30 Millionen Dosen bei BioNTech und seinem US-Partner Pfizer geordert habe. Von der Leyen kritisierte das Vorgehen.

EMA erlaubt höhere Dosen-Entnahme

Unterdessen erlaubte die Europäische Arzneimittelbehörde EMA, aus den BioNTech-Impffläschchen sechs statt wie bisher fünf Impfdosen zu entnehmen. Das teilte die EMA in Amsterdam mit.

Es hatte sich herausgestellt, dass die Ampullen mehr Wirkstoff enthalten als vorgesehen. Mit der Genehmigung der EMA könnten kurzfristig etwa 20 Prozent mehr Menschen geimpft werden.

Biologika-Vazin bleibt unter Erwartungen

Ausgesetzt wird derweil die klinische Erprobung des potenziellen Impfstoffs des Unternehmens IDT Biologika und des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).

Die Immunreaktionen lägen "in den vorläufigen Ergebnissen unter den Erwartungen", teilte das an der Entwicklung beteiligte Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf mit. Man wolle nun die Ursachen dafür finden. Im Oktober 2020 war der Impfstoff den ersten Probanden am UKE im Rahmen der Phase-I-Studie verabreicht worden.  

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 08. Januar 2021 um 12:00 Uhr und um 14:00 Uhr.

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Moderation 08.01.2021 • 16:46 Uhr

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