Binnenflüchtlinge im Nordosten Syriens | Bildquelle: AFP

Wegen bewaffneter Konflikte So viele Binnenflüchtlinge wie noch nie

Stand: 10.05.2019 11:53 Uhr

Immer mehr Menschen sind innerhalb ihrer Heimatländer auf der Flucht. Einem Bericht zufolge ist ihre Zahl mit mehr als 41 Millionen weltweit auf dem Höchststand. Ein Grund dafür seien anhaltende bewaffnete Konflikte.

Ende 2018 waren rund 41,3 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht. Dies geht aus dem Jahresbericht des Beobachtungszentrums für interne Vertreibung (IDMC) hervor.

Damit sei die Zahl der Binnenflüchtlinge auf einen historischen Höchststand gestiegen. Ein Grund für den Anstieg seien die vielen anhaltenden bewaffneten Konflikte weltweit. Alleine im Zeitraum von Ende 2017 bis Ende 2018 seien deshalb rund elf Millionen interne Vertriebene neu registriert worden.

Binnenflüchtlingslager im Nordosten Syriens. Die Lage in dem Land ist für viele Menschen desolat. | Bildquelle: AFP
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Vor allem wegen Konflikten wie in Syrien sei die Zahl der Binnenflüchtlinge stark angestiegen.

Mehr Schutz gefordert

Seit Jahren berichtet das Beobachtungszentrum über steigende Zahlen von Binnenflüchtlingen. Die NGO mit Sitz in Genf ist Teil des Norwegischen Flüchtlingsrates. Unterstützt wird sie von der EU-Kommission, verschiedenen Regierungen und internationalen Organisationen.

Der Generalsekretär des Norwegischen Flüchtlingsrates, Jan Egeland, verlangte mehr Einsatz für friedliche Lösungen von Konflikten. Binnenflüchtlinge müssten besser geschützt werden. Im vergangenen Jahr konnten den Angaben nach zwar Millionen Vertriebene wieder in ihre Heimatgebiete zurückkehren, etwa im Irak oder in Nigeria. Viele Häuser der Heimkehrer, ihr Eigentum und die Infrastruktur seien jedoch zerstört. Eine ärztliche Versorgung und andere grundlegende öffentliche Dienste seien in den angestammten Gebieten nicht mehr vorhanden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 10. Mai 2019 um 12:00 Uhr.

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