Billy Six | Bildquelle: AP

Haft in Venezuela Journalist Billy Six ist offenbar frei

Stand: 16.03.2019 12:43 Uhr

Er saß mehrere Monate lang im berüchtigten Geheimdienstgefängnis El Helicoide in Caracas ein: Jetzt wurde der deutsche Journalist Billy Six aus der Haft entlassen - unter Auflagen.

Nach viermonatiger Haft ist der deutsche Journalist Billy Six unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Das bestätigte das Auswärtige Amt in Berlin. Die Deutsche Botschaft betreue ihn weiter konsularisch.

Six müsse sich alle 15 Tage bei den Behörden melden und dürfe in den Medien nicht über seinen Fall sprechen, teilten die venezolanische Nichtregierungsorganisation Espacio Público und die Pressegewerkschaft SNTP mit.

Der Journalist war Mitte November in Venezuela festgenommen worden. Er soll bei einer Rede von Staatschef Nicolás Maduro die Sicherheitsbegrenzung überschritten haben. Ihm werden Spionage und Rebellion zur Last gelegt. Darauf stehen in Venezuela bis zu 28 Jahre Haft.

Venezuelas Präsident Maduro in Caracas | Bildquelle: AFP
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Venezuelas Präsident Maduro: Immer wieder ging er gegen Journalisten vor.

Reporter ohne Grenzen: Vorwürfe nicht belegt

Die Organisation Reporter ohne Grenzen hält die Vorwürfe für nicht belegt und forderte immer wieder die sofortige Freilassung von Six. Der Journalist hatte in der Vergangenheit unter anderem für die rechtskonservative Wochenzeitung "Junge Freiheit" geschrieben.

Zuletzt wurde der Fall auch in Deutschland zum Politikum: Die AfD warf der Bundesregierung vor, sich wegen Six' politischer Einstellung nicht mit genug Nachdruck für dessen Freilassung einzusetzen. Der Brandenburger Landtag forderte am Donnerstag die Freilassung des deutschen Journalisten.

Auf die Freilassung reagierte die AfD erleichtert. Sie hoffe, dass Six "umgehend die Reise nach Deutschland antreten kann", sagte der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Armin-Paul Hampel.

Zeitweise in Hungerstreik

Six war in dem berüchtigten Geheimdienstgefängnis El Helicoide in Caracas inhaftiert. Er klagte mehrfach über die harten Haftbedingungen und trat zeitweise in Hungerstreik. Derzeit ist ein UN-Team in Venezuela unterwegs, um einen möglichen Besuch der Hochkommissarin der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Michelle Bachelet, vorzubereiten. Ob die Freilassung von Six mit der UN-Mission zu tun hat, war zunächst unklar.

Die Menschenrechtsorganisation Foro Penal hatte bereits zuvor mitgeteilt, sie rechne mit der Freilassung einiger politischer Gefangener. Die Eltern des Journalisten hatten der Bundesregierung zuletzt mehrfach vorgeworfen, sie setze sich zu wenig für die Freilassung ihres Sohnes ein und habe auch nicht gegen dessen Verhaftung protestiert. Das Auswärtige Amt wies die Vorwürfe zurück. Die zunehmend autoritäre Regierung von Staatschef Maduro hatte zuletzt mehrere ausländische Journalisten festnehmen und ausweisen lassen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 16. März 2019 um 03:00 Uhr und 05:00 Uhr in den Nachrichten.

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