Joe Biden | Bildquelle: REUTERS

Umfrage nach TV-Debatte Biden verliert deutlich an Zuspruch

Stand: 02.07.2019 10:54 Uhr

Die TV-Debatte der US-Präsidentschaftsbewerber der Demokraten ist für Biden ein Rückschlag. Er büßte einer Umfrage zufolge deutlich an Zustimmung ein. Seine Mitstreiterin Harris wird indes immer beliebter.

Nach der TV-Debatte der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 hat Spitzenreiter Joe Biden einer Umfrage zufolge stark an Beliebtheit eingebüßt. Nur noch 22 Prozent der Anhänger der Demokraten unterstützen eine Kandidatur des ehemaligen Vizepräsidenten gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump, wie eine vom Nachrichtensender CNN veröffentlichte Umfrage zeigt. Das sind 10 Punkte weniger als einen Monat zuvor und sogar 17 Punkte weniger als noch im April.

Deutlich aufgeholt hat Bidens Mistreiterin, die demokratische Senatorin Kamala Harris. Sie steht laut der CNN-Umfrage nun mit 17 Prozent auf Platz zwei - im Mai waren es nur acht Prozent. Sie hatte sich bei der TV-Debatte am vergangenen Donnerstag ein viel beachtetes Wortgefecht mit Biden über die Diskriminierung von Schwarzen geliefert.

Die demokratischen Präsidentschaftsbewerber - Joe Biden (l), Senator Bernie Sanders und Senatorin Kamala Harris (r) - diskutieren in der zweiten öffentlichen Debatte. | Bildquelle: AFP
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Joe Biden (links) hat nach der TV-Debatte an Zustimmung verloren. Kamala Harris (rechts) gewann deutlich hinzu.

Wähler sehen in Biden besten Kämpfer

In der Umfrage kommt die linksgerichtete Senatorin Elizabeth Warren mit 15 Prozent auf den dritten Platz. Senator Bernie Sanders rutschte auf 14 Prozent ab. Keiner der anderen 18 Kandidaten erreichte fünf Prozent. Gezählt wurden Antworten von 656 registrierten Wähler, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren.

Unabhängig von ihrer Präferenz sagten allerdings weiterhin 43 Prozent der befragten Parteianhänger, Biden habe die beste Chance, Trump bei der Wahl im November 2020 zu schlagen. Von Sanders glaubten das nur 13 Prozent, von Harris und von Warren je 12 Prozent. Allerdings sind die Umfragen 16 Monate vor der Präsidentschaftswahl nur sehr bedingt aussagekräftig.

Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag hatten sich 20 Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in Miami ihr erstes TV-Duell geliefert. Wegen der vielen Bewerber fanden zwei Runden mit je zehn Kandidaten statt.

Eigentliche Vorwahlen beginnen im Februar

Die Vorwahlen, bei denen der Kandidat oder die Kandidatin der Demokraten gegen Trump für die eigentliche Wahl am 3. November 2020 bestimmt wird, beginnen erst im Februar im Bundesstaat Iowa.

Bei den Republikanern gibt es außer Trump bislang nur einen weiteren Kandidaten, der für die Partei in die Wahl ziehen will. Dabei handelt es sich um den früheren Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Bill Weld. Ihm werden aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt, Trump die Kandidatur der Republikaner streitig zu machen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. Juni 2019 um 12:35 Uhr.

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