Joe Biden | Bildquelle: AP

Gewählter US-Präsident Biden Biden nennt Trumps Verhalten peinlich

Stand: 10.11.2020 21:39 Uhr

Lange hat der gewählte US-Präsident Biden zum Verhalten Trumps geschwiegen. Jetzt übte er scharfe Kritik: Das Verhalten des Amtsinhabers sei eine Peinlichkeit. Die Amtsübergabe werde trotz Trumps Widerstand wie geplant verlaufen.

Der neugewählte US-Präsident Joe Biden hat die Weigerung von Amtsinhaber Donald Trump, seine Wahlniederlage anzuerkennen, scharf kritisiert. "Ich denke ganz ehrlich, dass es eine Peinlichkeit ist", sagte Biden, als er bei einer Pressekonferenz nach Trumps Verhalten gefragt wurde. "Das wird nicht zum Vermächtnis des Präsidenten beitragen."

Erste Namen zu Thankgiving?

Nichts könne die Übergabe der Amtsgeschäfte aufhalten. Damit spielte er wohl auf die Klagen des Trump-Teams an, das die Wahlergebnisse in mehreren Bundesstaaten anfechten will. Er zeigte sich optimistisch, bis zum Thanksgiving-Fest am 26. November bereits erste Namen seines künftigen Kabinetts nennen zu können. Biden stellte sich erstmals den Fragen von Journalisten, seit er anhand von Auszählungsergebnissen und Prognosen der US-Medien am Samstag nach langer Hängepartie zum Sieger der Wahl erklärt worden war.

Mit Blick auf die Außenpolitik und die Glückwünsche zahlreicher ausländischer Regierungschefs sagte er: "Zunächst einmal lasse ich sie wissen, dass Amerika zurück ist. Wir werden wieder im Spiel sein. Es geht nicht nur um Amerika." Er sei zuversichtlich, dass es gelingen werde, die USA wieder zu einem respektierten Partner zu machen.

Bidens designierte US-Vizepräsidentin Kamala Harris kündigte zudem an, weitere Initiativen der bisherigen US-Regierung in der Gesundheitspolitik zu verhindern. Der juristische Vorstoß der Republikaner gegen die Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama sei ein "eklatanter Versuch, den Willen des Volkes umzukehren", sagte Harris.

Trump spielt weiter auf Zeit

Der abgewählte Präsident versucht dennoch weiterhin, seinem Nachfolger Steine in den Weg zu legen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, verweigert Trump Biden unter anderem die Geheimdienst-Briefings, die gewählte Präsidenten üblicherweise nach der Wahl erhalten.

Auch andere Republikaner scheinen die Wahlniederlage einfach nicht wahrhaben zu wollen. So erklärte Außenminister Mike Pompeo, es werde "einen reibungslosen Übergang zu einer zweiten Trump-Regierung geben". Dünnhäutig reagierte Pompeo auf die Frage, ob Trumps Weigerung, eine Niederlage einzugestehen, nicht Aufrufe des Außenministeriums an andere Länder für faire und freie Wahlen diskreditiere. "Das ist lächerlich", sagte Pompeo.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. November 2020 um 23:00 Uhr.

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