Künftiger US-Präsident Joe Biden | AFP

Team des nächsten US-Präsidenten Joe Biden und seine neue Regierung

Stand: 15.12.2020 18:33 Uhr

Knapp zwei Monate bleiben noch, bis Biden als neuer US-Präsident vereidigt wird. Der Demokrat stellt seine künftige Regierung zusammen - darunter viele neue Gesichter, aber auch alte Bekannte.

Claudia Sarre, ARD-Studio Washington

Joe Biden dürfte ein Stein vom Herzen fallen. 58 Tage vor seiner Vereidigung zum neuen US-Präsidenten bekommt er die nötigen Regierungsinformationen und Gelder, die er dringend braucht, um seine zukünftige Regierung aufzubauen. 

Bislang hatte die zuständige Behörde GSA dies verhindert. Doch nun hat Behördenchefin Emily Murphy ihre Meinung geändert. Wohl auch nachdem immer klarer wird, dass Trump mit seinen diversen Klagen vor Gericht nicht durchkommen wird. In einem Brief der Behördenchefin an Biden heißt es: "Nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass ich meine Entscheidung unabhängig getroffen habe, auf Grundlage der Gesetze und verfügbarer Fakten." 

Noch-Präsident Trump twitterte kurze Zeit später, Murphy sei "schikaniert, bedroht und misshandelt" worden. Daher habe er sein Team zur Zusammenarbeit mit Biden angewiesen.

Damit zeigt der amtierende Präsident erste Signale des Einlenkens.

Blinken neuer Außenminister

Für Biden heißt das: Alles wird einfacher. Auch die Auswahl seiner künftigen Regierungsmitglieder. Gestern hat der 78-Jährige bereits einige Posten vergeben. So soll der 43-jährige Jake Sullivan sein zukünftiger Sicherheitsberater werden und sein langjähriger Weggefährte Tony Blinken der neue Außenminister.

Tony Blinken betonte bereits im Mai: "Es wird mehr internationale Führung geben, internationale Zusammenarbeit und Koordination, damit wir uns alle schnell, effektiv und problemlos von der Corona-Krise erholen können."

Beide Kandidaten seien eine gute Wahl, insbesondere im Hinblick auf die Wiederherstellung der internationalen Beziehungen, so Ex-Präsident Barack Obama im "Washington Post"-Interview. "Unsere Verbündeten werden erleichtert sein, wenn sie Leute wie Tony in der Regierung sehen werden. Es herrscht immer noch die Auffassung vom gespaltenen Amerika, dazu die ganzen Tricksereien rund um die Wahl. Da fragt sich die Welt, wie verlässlich und stabil Amerika wohl ist."

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Bidens Personalentscheidungen

Kerry kämpft fürs Klima

Der wohl prominenteste Name im neuen Kabinett ist der ehemalige Präsidentschaftskandidat John Kerry, den Joe Biden zum Klima-Sonderbeauftragten machen will. Der 76-Jährige gilt als entschiedener Kämpfer gegen den Klimawandel. Das machte er im vergangenen Jahr in vielen Reden deutlich, unter anderem an der University of California. "Die Wissenschaft hat uns angeschrien, gewarnt und uns gezwungen zu handeln. Der Klimawandel wird jede Nation der Erde beeinflussen und jeden Zweig der globalen Wirtschaft - und vielfach tut er es schon", so Kerry damals.

Alejandro Mayorkas wird als erster Hispanic das Amt des Heimatschutzministers übernehmen. CIA-Direktorin Avril Haines soll als erste Frau Geheimdienstkoordinatorin werden. Besonderes Aufsehen erregte Bidens Entscheidung, die ehemalige US-Notenbankchefin Janet Yellen zu seiner Finanzministerin zu machen. Ihre Aufgabe wird sein, die USA aus der schweren Wirtschaftskrise zu führen.

Noch allerdings sind die Ministernominierungen nicht in Stein gemeißelt. Alle künftigen Regierungsmitglieder müssen vom Senat abgesegnet werden. Und dort haben noch die Republikaner die Mehrheit. Nach der Stichwahl in Georgia am 5. Januar könnte sich das jedoch ändern.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. November 2020 um 09:00 Uhr.