US-Präsident Donald J. Trump während eines Treffens im Oval Office. | Bildquelle: MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

Umstrittenes Telefonat Trump forderte Untersuchung zu Biden

Stand: 25.09.2019 18:42 Uhr

Das Weiße Haus hat die Mitschrift des Ukraine-Telefonats von US-Präsident Trump veröffentlicht. Darin forderte er Ermittlungen gegen seinen Rivalen Biden. Auch Merkel war ein Thema.

US-Präsident Donald Trump hat in einem Telefongespräch mit seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj Ermittlungen angeregt, die seinem politischen Rivalen Joe Biden schaden könnten. Das geht aus der vom Weißen Haus veröffentlichten Abschrift des Gesprächs hervor.

Bei Trumps Erwähnung geht es um frühere Geschäfte von Bidens Sohn in der Ukraine. Joe Biden soll ihn damals als Vizepräsident vor Korruptionsermittlungen geschützt haben, indem er die Entlassung eines Staatsanwalts veranlasste.

Trump: Kampagne der Demokraten

In dem Telefonat mit Selenskyj sagte Trump, es wäre gut, "wenn Sie das prüfen könnten ... es klingt für mich schrecklich". Biden weist die Vorwürfe als gegenstandslos zurück.

Laut der Mitschrift hat Trump nicht damit gedroht, Militärhilfe weiter zu blockieren. Aber der Präsident hat seinem ukrainischen Kollegen erklärt, dass die Vereinigten Staaten sehr viel für die Ukraine tun, und dass das umgekehrt nicht immer der Fall sei.

Trump forderte Untersuchung zu Biden
tagesschau 20:00 Uhr, 25.09.2019, Stefan Niemann, ARD Washington

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Amtsenthebungsverfahren droht

Die Demokraten im Repräsentantenhaus haben inzwischen die Vorbereitungen für ein Amtsenthebungsverfahren eingeleitet. Trump wird vorgeworfen, die Freigabe von US-Militärhilfen an die Lieferung von belastendem Material geknüpft zu haben.

Sie werfen ihm wegen des Umgangs mit der Ukraine Verfassungsbruch vor. Trump wollte mit der Veröffentlichung der Mitschrift die Vorwürfe der Demokraten entkräften. Er weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer bösen Kampagne der Demokraten. "Es sollte angeblich ein Anruf aus der Hölle sein, aber daraus wurde nichts", sagte er. "Viele sagen nur, sie wussten gar nicht, dass ich so nett sein kann."

Selenskyj: Niemand setzt mich unter Druck

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte belustigt auf die Berichte. "Niemand kann mich unter Druck setzen, weil ich der Präsident eines unabhängigen Landes bin", sagte er in einem Interview mit dem russischen Sender Rossija 24. "Der einzige Mensch, der Druck auf mich ausüben kann, ist mein sechsjähriger Sohn."

In dem Telefonat äußerte Trump auch Kritik an Kanzlerin Angela Merkel. Er sagte laut dem veröffentlichten Gesprächsprotokoll, Merkel spreche über die Ukraine, "aber sie tut nichts". Die USA wendeten viel Zeit und Anstrengungen für die Ukraine auf. "Viel mehr, als die europäischen Staaten es tun, und sie sollten Ihnen mehr helfen, als sie es tun. Deutschland tut fast nichts für Sie. Alles, was sie tun, ist reden." Die USA behandelten die Ukraine dagegen "sehr, sehr gut".

Mit Informationen von Torsten Teichmann, ARD-Studio Washington

Stefan Niemann, ARD Washington, zum Ukraine-Telefonat von US-Präsident Trump
tagesschau 17:00 Uhr, 25.09.2019

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 25. September 2019 um 16:45 Uhr.

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