Joe Biden | AP

Belastete Beziehungen Biden und Putin wollen sich in Genf treffen

Stand: 25.05.2021 17:07 Uhr

Das Verhältnis zwischen den USA und Russland ist so schlecht wie lange nicht. Doch nun wollen sich Präsident Biden und Kreml-Chef Putin am 16. Juni in Genf treffen. Washington hofft auf mehr "Stabilität und Vorhersagbarkeit".

Der russische Präsident Wladimir Putin hat einem Gipfeltreffen mit seinem US-Kollegen Joe Biden zugestimmt. Das Gespräch sei für den 16. Juni in der Schweiz in Genf geplant, teilten die Präsidialämter in Washington und Moskau übereinstimmend mit.

Themen seien die Coronavirus-Pandemie, regionale Konflikte, Atomwaffen und die bilateralen Beziehungen, hieß es in der russischen Erklärung. Eine Tagesordnung stehe aber noch nicht, hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow zuvor gesagt.

Der US-Präsident würde in der Schweiz über alle "dringlichen Themen" sprechen, erklärte das Weiße Haus. Die USA wollten wieder "Vorhersagbarkeit und Stabilität" in den Beziehungen zu Russland herstellen.

Chef-Diplomaten sondierten die Lage

Das Treffen wird demnach zum Ende der Europa-Reise des US-Präsidenten stattfinden. In diesem Rahmen wird Biden an einem Treffen der G-7-Staaten in Großbritannien und am NATO-Gipfel in Brüssel teilnehmen.

Biden hatte bereits im April in einem Telefongespräch mit Putin vorgeschlagen, für Gespräche in einem Drittstaat zusammenzukommen. Der hatte seitdem offengelassen, ob er die Einladung annimmt.

Beide Seiten bemühten sich in den vergangenen Tagen allerdings verstärkt darum, ein Treffen zustande zu bringen. Am Montag war bekanntgeworden, dass Bidens Sicherheitsberater Jake Sullivan und der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolaj Patruschew, ein Treffen der Staatschefs vorbereitet haben.

US-Außenminister Antony Blinken und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow waren bereits am vergangenen Mittwoch im isländischen Reykjavik zusammengekommen. Beide Seiten sprachen anschließend von einem "konstruktiven" Treffen.

Gegenseitige Ausweisungen

Das Verhältnis zwischen Washington und Moskau ist höchst belastet.  Biden hatte nach seinem Amtsantritt im Januar den Ton gegenüber Moskau deutlich verschärft. Mitte März antwortete er in einem Fernsehinterview auf die Frage, ob er Putin für einen "Mörder" halte, mit "Das tue ich". Die USA werfen Russland unter anderem Einmischungen in ihre Wahlen und einen großangelegten Hackerangriff im vergangenen Jahr vor.

Scharfe Kritik wurde in Washington auch an Russlands Rolle im Ukraine-Konflikt und am Vorgehen gegen den inhaftierten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny laut. Mitte April verwiesen die USA zehn russische Diplomaten des Landes und verhängten neue Sanktionen gegen Russland. Die Regierung in Moskau wies als Reaktion darauf zehn US-Diplomaten aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Mai 2021 um 17:00 Uhr.