Joe Biden | EPA

Pressekonferenz des US-Präsidenten Biden verdoppelt Impfziel

Stand: 25.03.2021 21:32 Uhr

200 statt 100 Millionen Dosen in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit: US-Präsident Biden hat sein Ziel für die Impfkampagne verdoppelt. Außerdem kündigte er an, sich 2024 zur Wiederwahl zu stellen.

US-Präsident Joe Biden hat sein Ziel für die laufende Corona-Impfkampagne in den Vereinigten Staaten verdoppelt: In den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit sollen 200 Millionen Impfungen verabreicht werden. Dies sei ein ehrgeiziges, aber erreichbares Ziel, sagte Biden bei seiner ersten formellen Pressekonferenz im Weißen Haus. "Ich glaube, wir können das schaffen."

"Kein anderes Land ist dem nahe gekommen"

Biden hatte vor seinem Amtsantritt am 20. Januar versprochen, dass in seinen ersten 100 Tagen als Präsident mindestens 100 Million Impfungen verabreicht werden sollten. Das Ziel wurde bereits Ende vergangener Woche erreicht, nach knapp 60 Tagen im Amt.

Sein neues Ziel solle etwa bis Mitte April erreicht werden. "Kein anderes Land auf der Welt ist auch nur annähernd an das herangekommen, was wir tun", so Biden.

Nach einem schleppenden Start hatte die Impfkampagne in den USA schnell Fahrt aufgenommen. Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge wurden seit Mitte Dezember 130 Millionen Impfungen verabreicht - allein 115 Millionen davon während Bidens Amtszeit. Derzeit werden täglich zwischen zwei und drei Millionen Impfstoffdosen gegeben.

46 Millionen Menschen voll geimpft

Bisher erhielten laut CDC gut 85 Millionen Menschen in den USA mindestens die erste Dosis, 46,3 Millionen gelten bereits als voll geimpft. Insgesamt leben in den USA rund 330 Millionen Menschen. In den Vereinigten Staaten werden die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer eingesetzt, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, und der Impfstoff von Johnson & Johnson, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet.

Kritik an Trump wegen Migranten

Aber Biden sprach auf seiner ersten formellen Pressekonferenz auch das Thema Migranten an: Dabei wies er Vorwürfe im Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl von Migranten an der Südgrenze der USA zurück.

Stattdessen erhob er Anschuldigungen gegen seinen Vorgänger Donald Trump. Der Republikaner habe wichtige Teile des US-Asylsystems demontiert, kritisierte Biden etwa mit Blick auf die Zahl von Betten für unbegleitete minderjährige Migranten. Die Zahl der Migranten vor allem aus Zentralamerika an der US-Südgrenze nehme jedes Jahr um diese Zeit zu - und nicht etwa, weil er ein "netter Kerl" wäre.

Die Biden-Regierung steht wegen der dramatisch gestiegenen Zahl ankommender Migranten an der Südgrenze der USA unter wachsendem Druck - zumal darunter immer mehr unbegleitete Minderjährige sind.

Die Republikaner beschuldigen den demokratischen Präsidenten, mit seiner liberaleren Migrationspolitik eine Krise an der Grenze ausgelöst zu haben. Bidens Regierung spricht von "Herausforderungen" und vermeidet den Begriff Krise.

Harte Haltung gegenüber Nordkorea und China

In der Außenpolitik machte Biden deutlich, dass er den Streit über das nordkoreanische Atomprogramm als wichtiges Problem sieht. Die USA seien bereit, sich auf diplomatischem Weg um eine Denuklearisierung des kommunistischen Staats zu bemühen, sagte er. Biden verurteilte Nordkoreas jüngsten Test ballistischer Raketen. Dies sei ein Verstoß gegen UN-Sanktionen gewesen. Er warnte, falls Nordkorea den Konflikt weiter eskalieren lassen sollte, "werden wir entsprechend antworten".

Auch China forderte Biden zur Einhaltung internationaler Normen und Verpflichtungen auf. Die US-Regierung suche keinen Konflikt mit Peking, es werde aber einen "harten Wettbewerb" geben, kündigte er an. Seine Regierung werde sich bemühen, das Verhältnis mit demokratischen Verbündeten zu stärken, um China geeint gegenüberzutreten. China wolle das mächtigste und wohlhabendste Land der Welt werden. "Das wird in meiner Amtszeit nicht passieren", betonte Biden.

Bewerbung um zweite Amtszeit

Auf die Frage nach einer zweiten Amtszeit sagte der US-Präsident, er rechne damit, dass er sich bei der Wahl 2024 um eine zweite Amtszeit im Weißen Haus bewerben werde. "Die Antwort ist ja, mein Plan ist es, zur Wiederwahl anzutreten, das ist meine Erwartung", sagte der 78-Jährige.

Dass Biden bis zu seiner ersten Pressekonferenz im Amt mehr als zwei Monate verstreichen ließ, war bei US-Medien auf Kritik gestoßen. Der Sender CNN berichtete, Biden habe sich damit mehr Zeit gelassen als seine 15 unmittelbaren Amtsvorgänger. Der Demokrat hat seit dem Beginn seiner Amtszeit am 20. Januar zwar viele Male Fragen einzelner Journalisten am Rande von Auftritten beantwortet, bislang aber noch keine volle Pressekonferenz abgehalten, bei der ihm Reporter ausführlich Fragen stellen können.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. März 2021 um 20:05 Uhr.